Almampfer Test Seite

(Vorläufig temporäre Webseite von meinem derzeitigen Zwischenstand an Recherchen und Text über die komplexen, sehr langwierigen, nicht leichten Bekämpfungs-Maßnahmen, da es keine tiefschürfenden offiziellen Informationen gibt, obwohl das Problem offiziell seit Jahrzehnten bekannt ist! Der Beitrag ist also nicht fertig abgeschlossen!)

Bekämpfung von Almampfer

Der Almampfer (lat: Rumex alpinus) ist ein schwer bekämpfbares Almunkraut. 

Almampfer-Bekämpfung in 8 Wegen 

  1. Händisches Ausstechen, Sofortwirkung für Kleinflächen 
  2. Folienabdeckung – gute Wirkung
  3. Intensive Mahd mit Einsaat – mittlere Wirkung 
  4. Flächenbehandlung (Herbizid) 
  5. Bessere Nährstoffverteilung -> Weidemanagement
  6. Mahd in Almstallnähe
  7. Stallhaltung in Nacht
  8. Bodenüberdeckung 30cm; Bodenaustausch

Er kursiert auch unten den Namen: Alpenampfer, Bergampfer und hat viele lokale Namen wie Pletschn, Ploschen, Sauplotschen, Scheißplätschen, Foissen, Bergrhabarber oder Alpenblacken (Schweiz). Der Beitrag beschäftigt sich mit der Eindämmung und Bekämpfung des Almampfers als Problemunkraut auf Almen.

die Wortwahl Bekämpfung wurde mit Absicht gewählt, denn Almampfer ist auf Alm Weiden ein bekämpfungs notwendiges, absolutes Unkraut.

 und kein Beikraut wäre eine Verharmlosung der Tatsachen.

Der Almampfer (lateinisch: Rumex alpinus) gilt als sehr schwer bekämpfbares Almunkraut. Er kursiert auch unten den Namen: Alpenampfer, Bergampfer und hat viele lokale Namen wie Pletschn, Ploschen, Sauplotschen, Scheißplätschen, Foissen, Bergrhabarber oder Alpenblacken (Schweiz). Der Beitrag beschäftigt sich mit der Eindämmung und Bekämpfung des Almampfers als Problemunkraut auf Almen.

Mit Vorliebe wuchert er auf Almweiden, wo Vieh viel Dung auf Viehlägern hinterlässt. Als wucherndes Unkraut ist Almampfer kein natürliches Beikraut, denn er ist fähig die Futtergräser auf einer Fläche völlig zu vernichten. Er tritt so beständig mit der Almviehhaltung auf, als gehörte Almampfer schon zum Alminventar. Seine Ausbreitung hängt aber eng mit dem Verbleib des Viehdungs des gealpten Viehs zusammen. Die Massenausbreitung lässt sich so gut wie immer auf den Menschen und eine zu wenig kontrollierte Dungverteilung und damit eigentlichen auf das Weidemangement zurückführen. 

Typische Ampferplätze

Almampfer entwickelt sich auf Almen dort massiv, wo das Vieh seine  Ausscheidungen ständig an den gleichen Stellen hinterlässt: wie auf stark frequentierten Plätzen rund um Almhütten, Viehlägern, Viehtränken, Mistplätze und Melkplätze. Im freien Gelände vermehrt sich Almampfer auch dort wo sich das Vieh immer wieder auf denselben Plätzen niederlässt, auf luftige Kuppen und windstillen Satteln, auf Hangterrassen, in üppigen Almweiden und Berg-Fettwiesen.

Wo Almampfer natürlich ist / wächst

Das Wissen zum natürlichen Vorkommen von Almampfer hilft, seine Ausbreitung und schwierige Bekämpfung besser zu verstehen. Almampfer wächst in der Natur im gesamten Alpengebiet in höheren Lagen von 1200 bis 2600 Meter Seehöhe. Er kommt in Berglagen von Mittel-, Süd- und Osteuropa bis zum Kaukasus vor. 

Das natürliche Vorkommen von Almampfer sind Bodensenken oder Geländemulden, wo die wechselfeuchten Böden mit angeschwemmter Feinerde reich mit Nährstoffen und Wasser versorgt sind. Diese besonders fruchtbaren Mulden/Senken sind windarm und daher schneereich. Dadurch können sich in der obermontanen bis subalpinen Stufe besonders ungestört großblättrige und hochwüchsige Hochstaudenfluren entwickeln. Natürliche Almampfer-Biotoptype sind oft mit Gehölzen mosaikartig verzahnt. Typische Gehölze sind Grünerle, Latschen, Fichten, Lärchen oder Ebereschen. 

Diese Pflanzenflur ist ein wichtiger Bodenbildner und Grundlage für eine dicht verwurzelte, erosionsfeste  Pflanzendecke, samt Bäumen und Sträuchern, die die Täler vor Muren schützen. GUBERT, evalm suske 2012

Die Pflanzengesellschaft des Almampfers mit natürlichem Ursprung hat den ökologische Wirkung, dass dort die meist spärlichen Nährstoffe in Bergregionen bestmöglich zurückgehalten werden und vor Abschwemmung geschützt sind. 

Almampfer profitiert von offenem Boden und Trittschäden an überlaufenen Stellen. Durch sein großes Wurzelrhizom kommt er auch mit verdichteten Böden gut zurecht. Sein Wurzelrhizom hilft ihm auch in der Vegetationsperiode früh auszutreiben. Die grossen Blätter überschirmen schnell die noch vorhandenen Futterpflanzen. Dadurch nimmt er ihnen das Licht weg und verdrängt sie allmählich. 

Gerbstoffe und Oxalsäure schützen Almampfer vor Viehfraß

Der Almampfer schützt sich vor dem Fraß mit fraßhemmenden Inhaltsstoffen wie  Gerbstoffe und Oxalsäure. Nur in ganz jungem Zustand wird Almampfer auch gefressen, weil er da noch wenig fraß hemmende Stoffe enthält. Damit ist Almampfer nur mit früher und scharfem Beweidungsdruck dezimierbar und als Futterpflanze nutzbar. Je grösser und älter die Ampferblätter sind, desto mehr Oxalsäure enthalten sie und desto weniger gerne werden sie vom Vieh gefressen. Häufig sind sie schon zu alt und wenig schmackhaft, wenn die Beweidung beginnt.

Mit Almampfer assoziierte Pflanzenarten 

Mit dem Almampfer wachsen oft gemeinsam Alpen-Greiskraut, Blauer Eisenhut oder Weißer Germer. Das sind alle extrem giftige bis ungenießbare Arten. Mit dem Vorkommen von Almampfer wachsen meist auch gemeinsam wenig futtertaugliche Pflanzenarten wie Rasenschmiele, Lägerrispe, Behaarter Kälberkropf, Berg-Sauerampfer, Hain-Sternmiere oder Brennessel.

Die Pflanzengesellschaft des Almampfers bildet dabei eine erstaunlich stabile und schwer ausrottbare Pflanzengesellschaft. Die Artenzahlen sind dabei mit 13 bis 24 Arten für Almflächen gering. Bei Dominanz von Almampfer verlieren diese Flächen ihren futterbaulichen Wert. (BOHNER 2003). p40 p61

Wurzelrhizom das starke Herz des Almampfers 

Das Herz des Almampfers ist das dicke Wurzelrhizom seines Wurzelstockes. Diese Wurzelverdickung verläuft wenige Zentimeter tief im Boden und ist waagrecht – im Gegensatz zum Wiesenampfer. Dort speichert die Pflanze ihre Reservestoffe für den schnellen Wiederaustrieb, auch wenn sie geköpft wird. Vom Rhizom wachsen weitere Sprosswurzeln auch in tiefe Bodenschichten. Dadurch überlebt Almampfer auch in trockenen und ungünstigen Zeiten. Nach Schnitt, Verbiss oder Verletzungen treiben mittels den Reservestoffen aus dem Rhizom rasch wieder neue Triebe aus. Auch aus Rhizomteilen ist in Wiederaustrieb möglich. Zerhackende Bodengeräte zum Mulchen der Ampferfluren wie Fräsen begünstigen daher den Neuaustrieb von jeder Augenknospe eines zerteilten Rhizoms. Ohne wiederholtes Fräsen oder Niederhalten der Triebe kommt es meist zu vielen weiteren Neuaustrieben des Almampfers. 

Das Bild zeigt mögliche Augenknospen und die kräftigen Wachstumsabschnitte von mehreren Jahren am Rhizom. Mittels horizontaler Verzweigungen des Wurzelrhizoms kann der Almampfer mit seinen großen Blättern sich ziemlich rasch auch vegetativ ausbreiten. Auf Bergweiden unterwandert und überwuchert er allmählich großflächig die Grasflur.   

Lägerfluren

Rinderherden und Steinwild lagern gerne auch auf windarmen Kuppenlagen und ebenen Hochsatteln. Vieh besucht die Hügel vor allem nachts, da sie sich bevorzugt auf einer Kuppe oder in ebener Lage ausruht, aber niemals in Mulden. Auf diese Weise kommt es auch in abgelegenen Kuppenlagen zu Lägerfluren mit Almampfer. Lägerfluren bilden oft große Flächen entwertetes Grünland auf Almen, das Vieh nur mehr zum Niederliegen und Wiederkäuen aufsucht, weil es ebene Lagen zum lagern bevorzugt. Gleichzeitig kotet es dort notgedrungen verstärkt ab. 

Hintergründe der Ausbreitung

Die besonders rasche Ausbreitung von Almampfer begünstigt hat die Umstellung der Almwirtschaft auf die weniger beaufsichtigte, personalsparende Galtviehhaltung. Mangels Almhirten und geringerer Nachschau fehlt heute oft eine gezielte Weidelenkung, die zur vermehrten Lägerbildung führt. Viehläger sind Stellen wo sich der Almampfer durch den Dung paradiesisch intensiv und bis flächenhaft ausbreitet. 

Auch mangels nächtlicher Einstallung ist das Vieh gezwungen seine Ausscheidungen vermehrt auf den Viehlägern zu hinterlassen. Bevorzugt werden dazu die wertvolleren, möglichst ebenen Flächen als Rastplätze.

Auch auf Melkalmen wuchert Almampfer in Bereichen um Ställe und Melkplätze. Er tritt auch hier wegen der konzentrierten Nährstoffansammlung in Wartebereichen und der Verteilung des Düngs in unmittelbarer Umgebung auf den gemähten Angerflächen auf.

Die Konsequenzen dieser Viehläger sind konzentrierte und hoch anfallende Nährstoffmengen an N, P und K auf einer begrenzten Fläche aus massierten tierischen Ausscheidungen, die sich dabei im Boden immer mehr konzentrieren.  Die Aufkonzentrierung der Nährstoffe in Richtung Almhütte, Almanger und Viehläger führt unweigerlich zur Förderung immer massiverer Almampferfluren.

Almampfer ist in der Lage diese hohen Nährstoffraten zu verkraften und in wüchsige Biomasse umzusetzen. Die viel  langsamer wüchsige Almvegetation wird durch die enorm großen Blätter des Almampfers stark beschattet und verdrängt. Mangels Licht werden vor allem die wertvollen Futtergräser der Almvegetation geschwächt, verdrängt und verschwinden schleichend.

Der Prozess einer gewissen Ausbreitung des Almampfers läuft schon seit Jahrhunderten durch die Almwirtschaft. Das heutige schwerere und hochleistende Vieh hat aber verschärfend viel höhere Nährstoffumsätze und damit viel mehr Ausscheidungen. Das beschleunigt die Ausbreitung des Almampfers.

Behirtung, Viehnachschau, Personalmangel 

Die heute meist geringere Viehnachschau und damit zu geringe Weidelenkung ergibt sich durch mangelndes Almpersonal. Fehlende Behirtung und mangelndes  Weidemangement führt unweigerlich zu einer noch schnelleren und stärkeren Nährstoffverlagerung in Richtung stark frequentierter Plätze, meist in Almhüttennähe. Dabei verarmt gleichzeitig der Boden an Nährstoffen der entfernteren Weideflächen durch mangelnde Rückführung der Nährstoffe. Somit sinkt dort schleichend Ertrag und Futterqualität.

Leider nutzen die Nährstoffverfrachtung aus entfernten Weidengründen nur Lägerfluren aus unerwünschten Unkräutern. Das ist meist dort, wo die meiste Aktivität des Menschen auf Almen stattfindet. Dabei bräuchten besonders die entfernten Weidengründe die dort kärglichen Nährstoffe.

Auch weite Wegstrecken zu Viehtränken führen zu Nährstoffverlusten der Weiden und begünstigen anderseits die Ausbreitung des Almampfers. Die Verteilung der Tränken an dezentrale Standorte abseits der Almhütte und der Stallungen verhindert die Verunkrautung und Lägerfluren direkt im Almzentrum. Da die Weidetiere vor allem an heißen Weidetagen sehr viel Wasser brauchen, sollten lange Wege zu den Wasserstellen vermieden werden. 

Der sozioökonomische Kostendruck und fehlende sowie zu teure Arbeitskräfte für Almpflege und -management und Technisierung verschärfen die Ausbreitung des Almampfers. Auf Almweiden mit steinigem und steilem Gelände kann auch kaum Technik eingesetzt werden. Ohne gezielte Behirtung und ohne einsetzbarer Technik ist dem zunehmend üppigen Massenwuchs von Almampfer nur schwierig beizukommen. 

Almampfer vergeudet Nährstoffe und Ertrag 

Wachsende Fluren von Almampfer zeigen eigentlich eine nicht nachhaltige Wirtschaftsweise. Denn: Auf den meist entfernten Almweiden erfolgt ein Export durch Ausbeutung der Pflanzennährstoffe ohne nachhaltige Rückführung. Almflächen mit ständigen Nährstoffaustrag ohne Rezyklierung bedeuten ein Verlust von Ertrag und Ressourcen. Andererseits wird  gleichzeitig auf den wuchernden Ampferfluren die ohnedies knappe Ressource Pflanzennährstoff auf Almen unproduktiv angehäuft und damit vergeudet. Almampfer ist somit ein Zeiger für die  zunehmende Disharmonie im Nährstoffkreislauf auf Almen.

Grundübel mit Nährstoffrückführung lösen

Ständige tierische Ausscheidungen auf denselben Stellen begünstigen stark die Ausbreitung des Almapfers. Nur ein funktionierendes Nährstoff- und Weidemanagement mit standortgerechter Behirtung, Pferch oder Stallhaltung können das Grundübel der mangelnden Nährstoffrückführung auf Dauer lösen. Die wertvollen Pflanzennährstoffe der Ausscheidungen des Viehs müssen auf die Weidefläche rückverteilt werden. Das ist nachhaltig, beugt der Verampferung vor und die tierischen Ausscheidungen verbessern vorort den dringend gebrauchten guten  Futterwuchs. 

Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung von Almampfer

Die angeführten Maßnahmen sind meiner Meinung nach die am ehesten wirksamen Vorgangsweisen zur Eindämmung und Bekämpfung von Almampfer. Sie basieren auf eigenen langjährigen Erfahrungen im Futtergrünland und aus veröffentlichen Bekämpfungsversuchen in der Fachliteratur.

Die Sanierung verampferter Almflächen dauert

Die rasche Sanierung verampferter Almflächen steht verständlicherweise meist im Vordergrund, wenn sie unerträgliche Maße angenommen hat. Die Almampfer-Bekämpfung mit der Wiederbegrünung der verwüsteten Flächen ist aber, vorweg gesagt, eine mühseelige und langwierige Aufgabe. Denn:

  1. Almampfer hat stark verdickte, mit vielen Reservestoffen angereicherte Wurzelrhizome mit enormer Regenerationskraft aus denen rasch wieder ganze Pflanzen sprossen und
  2. die anzusäenden wertvollen Futtergräser wachsen bei den viel kühleren Temperaturen auf Almen viel langsamer als in den Tälern
  3. und sie haben in diesen Höhen dazu eine viel kürzere Vegetationszeit

Früher Almauftrieb – die für und wider

Ein etwas früherer Almauftrieb bietet die Möglichkeit einer gezielteren Weidelenkung auf später ungern oder gar nicht mehr gefressene, unbeliebte Arten, wie Bürstling, Rasenschmiele oder Almampfer. Gezielter frühere Beweidung vorjähriger Viehläger lässt sich der Almampfer sicherlich etwas dezimieren als auch jung als Futterpflanze nutzen. Auch in österreichischen und Schweizer Empfehlungen wird darauf verwiesen. Mit guten theoretischen Gründen wird dieser frühe Almauftrieb oft gefordert. Bei gezielter früher Beweidung vorjähriger Viehläger ließe sich der Almampfer wie der Bürstling dezimieren, als auch jung als Futterpflanze nutzen. Verständlich ist, dass Bauern einwenden, dass bei späten Schneefällen erst wieder und noch dazu bei Schneeelage Futter anachronistischerweise auf die Alm gebracht werden muss, damit das Vieh auch auf der Alm bleibt. Außerdem ist es nicht leicht, alle aufteibenden Betriebe für einen gemeinsamen frühen Auftriebstermin einzustimmen – verständlicherweise, eben wegen wegen möglicher Wetterumschwünge mit später Schneefälle und einer Notfütterung. Für einen frühen Almauftrieb bedarf es daher besondere gemeinsame Anstrengungen, was scheinbar nicht immer gegeben ist. Dazu kommt erschwerend, dass wie bei jeder schwierigen Unkrautbekämpfung, selbst bei konsequenter Wiederholung nur mit einer allmählichen und nicht mit einer schnellen Sofortwirkung gerechnet werden kann.

 in der Nähe von Hütten befinden und wo sich die Tiere bei Schlechtwetter gerne

aufhalten, Nachschau

Weidepläne zur Lösung der Nährstoffverteilung  

Zur Lösung des Ampferproblems ist ein viel besseres Management der Nährstoffflüssen dringend notwendig. Dazu braucht es gezielte Weidepläne mit Behirtung, wo sich das Vieh wie lange aufhalten muß, dass sowohl Unter- wie Übernutzung verhindert wird. Notwendig ist dafür besonders geschultes Personal, dass eine standortgerechte Behirtung nach vorgegebenen Grundsätzen leistet. Besondere Zuwendung bedarf es der Handhabung der Viehläger für Rastplätze, dass es zu keinen Plätzen mit einer Häufung von Nährstoffausscheidungen kommt. So wird vorausschauend einer problematischen Verampferung vorgebeut. Gleichzeitig verbessert sich dabei die Produktivität bei Futterertrag und -qualität.

Nachschauhalten vom Heimbetrieb

Weidelenkung durch Behirtung und Nachschauhalten

Die Behirtung und das „Nachschau halten“ sind noch immer unerlässliche Pflegearbeiten, die auf allen Almen regelmäßig durchgeführt werden müssen um eine Weidelenkung zu erreichen. Seit jeher sind die Menschen mit dem Hirtenwesen verbunden. Durch die mangelnden Arbeitskräfte auf den Almen ist die Zahl der Hirten im letzten Jahrhundert deutlich gesunken, auch haben sich die Arbeiten der Hirten deutlich geändert. War es früher vor allem die Beaufsichtigung des Viehs, die Führung zu den Weideflächen und die Weidepflege, so sind heute neben der Kontrolle des Weideviehs auch die Überprüfung und Reparatur der Zäune und die Betreuung von Almgästen wesentliche Arbeiten auf einer Alm.

Häufig, vor allem bei reinen Galtviehhalmen, wird das Vieh vom Heimbetrieb aus, meist ein- bis zweimal pro Woche, kontrolliert. Voraussetzung ist eine gute Erschließung der Alm. Bei dieser Methode ist eine kontinuierliche Almpflege nur

schwer durchführbar.

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Wenn im Laufe der Almsaison eine Kaltfront mit Schneefällen eintrifft, dann sind die Hirten auf Futterquellen in der Umgebung der Almhütten angewiesen. In Osttirol werden solche Plätze auch „Schneeflucht“ genannt (Eppacher, 2015)

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 Die Tiere sind über Nacht im Stall und bekommen dort zusätzlich Heu, das entweder auf der Almparzelle erzeugt wird oder auf die Alm gebracht wird. D

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Versuche zur Almampferbekämpfung in Österreich, Slowenien, Südtirol und der

Schweiz und Slowakei (Karpaten) zeigen, dass dort überall der Almampfer ein

beträchtliches und zunehmendes Problem ist. Mit mehreren

Bekämpfungsmaßnahmen wurde versucht ihn zurückzudrängen. Polen und

Tschechien berichten, dass Almampfer nach Weide / Almaufgabe auch in

Nationalparks (Tatra, Riesengebirge) starke Ausbreitungstendenzen zeigt. 

Subalpine Lägerfluren von Almampfer sind charakteristisch für die vom Vieh in

den Ruhephasen aufgesuchten Plätze, besonders die Umgebung der Almhütten. 


Versuche zur Almampferbekämpfung in Österreich, Slowenien, Südtirol, der Schweiz und Slowakei zeigen, dass dort überall der Almampfer ein beträchtliches und zunehmendes Problem ist. Mit mehreren Bekämpfungsmaßnahmen wurde versucht ihn zurückzudrängen. Polen und Tschechien berichten, dass Almampfer nach Weide / Almaufgabe auch in Nationalparks (Tatra, Riesengebirge) starke Ausbreitungstendenzen zeigt. 


Acht mühsame Wege zum Erfolg

Strategien zur Bekämpfung von Almampfer

In der Bekämpfung von Almampfer gibt kein einfach sofort wirkendes  Patentrezept. Es gibt aber eine Reihe von Schritten um dieses Übel zu beherrschen. Sie seien hier einmal kurz aufgezählt:.

  1. Händisches Ausstechen – Sofortige Totalwirkung für Kleinflächen und Saatausbesserung 
  2. Folienabdeckung 2 Jahre lang mit Neuanlage, zu 400m2 je Folie – Totalwirkung für mittelkleine Flächen, Futter ab  4. Jahr
  3. Intensive Mahd mit wiederholter Einsaat – mittlere Wirkung 
  4. Flächenbehandlung mit Neuanlage – Totalwirkung, Futter ab  3. Jahr 
  5. Gleichmäßige Nährstoffverteilung mit verbessertem Weidemanagements mittels erfahrenen Almhirten – langfristige Wirkung
  6. Heu statt Weide in Almstallnähe  – mittlere Wirkung durch Nährstoffentzug
  7. Stallhaltung der Tiere während der Nacht, keine Weideläger
  8. Bodenaustausch, Nährstoffrückführung auf entferntere Flächen

Ausführliche Erläuterung einzelner Maßnahmen zur Bekämpfung von Almampfer

Das händisches Ausstechen

Die Maßnahme klingt in unserer Zeit von Hi-Tec fast anachronistisch und unzumutbar. Dennoch liefert Ausstechen eindeutig die höchste Wirksamkeit, wie alle Versuche und Berichte bestätigen. Diese Chance gilt es zu nutzen. Ein Vorteil dabei ist, dass die dicken Rhizomwurzeln des Almapfers flach und horizontal im Boden liegen und damit leichter mit der Gabel eines Ampferstechers ausgrabbar sind.  Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius), dem Hauptunkraut vieler intensiver geführter Futterwiesen in Tieflagen hat dagegen eine meterlang tiefgehende, viel schwieriger ausgrabbare Pfahlwurzel.  Zum Ausgraben gibt es verschiedene  Formen von Ampfer-Grabgabeln. 

Natürlich ist dieses Bekämpfungsformat wegen des hohen Arbeitsaufwandes nur für kleinere Bestände, Nester oder Einzelpflanzen geeignet. Wichtig ist, dass das gesamte Rhizom ausgegraben wird, denn auch Teile davon können wieder neue Ampferpflanzen bilden. Mit dem Ausgraben kann aber um den näheren Bereich der Almhütte wieder ein sauberes ampferfreies Almbild hergestellt werden. Besonders wichtig ist das händische Entfernen oder ausziehen einzelner überlebender Ampferpflanzen bei der Flächenbekämpfung durch Folienabdeckung oder Flächenspritzung. Nur so ist der Wiederaustrieb neuen Almampfers nach der Neuanlage von Futterflächen  effizient zu verhindern. Während die Entfernung einzelner Alpen-Ampferpflanzen verhältnismäßig einfach ist, gestaltet sich die Umwandlung großflächiger Almaampferfluren in ertragreiche Almwiesen als äußerst zeitaufwändig und mühsam. 

Standörtlich passende Saatgutmischung zur Wiederbegrünung 

Zum raschen Aufbau der neuen Grasnarbe muss der offene Boden jedenfalls nach dem Ausgraben eine standörtlich geeignete Weide-Saatgutmischung angesät und für einen guten Aufgang festgetreten werden. Das Ausgraben mit der Lockerung des Bodens hat den spezielle Vorteil, dass eine besonders rasche mikrobielle Freisetzung von Nährstoffen durch die Bodenbelüftung erfolgt. Damit keimt das Saatgut dort entsprechend rascher und kräftiger.

Wer Zeit hat und über freie Arbeitskräfte verfügt, kann also sofort aufbrechen und in der ganzen Vegetationszeit mit der Almampfer-Bekämpfung beginnen und reinen Tisch machen.

Folienabdeckung von Almampfer – Bekämpfung mit guter Wirkung

Recht erfolgreich verlief die Folienabdeckung zwecks Lichtentzug des Ampfers in 2 Versuchen. Der Praxisversuch lief in Vorarlberg auf der Alpe Hinterjoch auf 1584 m Seehöhe der Agrargemeinschaft Rankweil 2011 sowie in einem Exaktversuch in Slowenien 2017.

In Österreich wurde eine UV-beständige, schwarze, gewebte Gärtnerfolie mit 100m Länge und 4,15 m Breite mit Kosten von ca 250 € verwendet, um den Almampfer abzudecken. Wenn die Ampferfläche 1 Jahr lang komplett mit einer dunklen Folie zugedeckt bleibt, stirbt der Ampfer bis in den letzten Wurzelbereich ab und wird matschig. Aber auch alle Pflanzen sterben vollständig ab.

Das Samendepot der Almampfer im Boden bleibt dennoch keimfähig. Um dieses zu reduzieren, soll der Boden zu Beginn des Folgejahres grob aufgerecht werden. Dadurch werden die in der oberen Bodenschicht vorhandenen Samen durch Lichteinwirkung zur Keimung angeregt. Wenn die ersten beiden Blätter der jungen Almampfer ausgefaltet sind, ist die Fläche nochmals mit der Folie für ca. 3-4 Wochen abzudecken, damit auch die neuen Sämlinge absterben. Auf diese Weise wird durch die Ankeimanregung die obere Bodenschichte ampfersamenfrei. Bei dieser Variante erfolgt die Einsaat 4 Wochen später. Für einen schnellen Grasnarbenschluss ist nach dem Abdecken sofort eine Einsaat erforderlich. Vergleichsflächen wurden auch ohne Einsaat zur Selbstberasung belassen, wobei es zu keiner geschlossenen Grasnarbenbildung gekommen ist. 

Damit weiteres Unkraut wenig Licht bekommt, soll die Grasnarbe schnell und sehr dicht anwachsen, weshalb im ersten Sommer keine Nutzung oder nur eine kurze Weidenutzung erfolgen sollte. Wichtig ist auch, dass einzelne aus Unkrautsamen nachfolgend aufkommende Jungpflanzen ausgezogen oder ausgestochen werden. Außerhalb der abgedeckten Flächen befindliche Einzelpflanzen oder kleine Gruppen werden mit dem Ampferstecher ausgestochen, damit kein Eintrag durch Samenflug erfolgt. Diese Flächen sind ebenfalls zum schnellen Narbenschluss einzusäen. 

Dabei dürfen keine Trittschäden entstehen, da sonst im Boden befindliches Unkraut  zu keimen beginnt. Die die Flächen müssen dazu ausgezäunt bleiben. Schon Ende des zweiten Jahres ist der Grasbewuchs gefestigt und kann durch eine vorsichtige Teilbeweidung an trockenen Tagen genutzt werden, indem das Vieh nur für einige Stunden in die Abzäunungen eingelassen wird. 

Nachnutzung:  Auszäunung und vorsichtige Weide 

Erfahrungsgemäß würden sich die Weidetiere wieder auf diese Stellen zur Rast hinlegen und es würde wieder der Ampfer in einigen Jahren aufgrund der Nährstoffanreicherung aufkommen. Früher wurden größere ampferanfällige Bereiche unweit der Alpgebäude ausgezäunt und gemäht. So konnte man wenigstens die Wüchsigkeit dieser Standorte zur Heubereitung nutzen. Ideal wäre es deshalb, diese hüttennahen Flächen zu heuen, um einen kleinen Futtervorrat anzulegen. Früher wurden auf vielen Alpen die Tiere über Mittag eingestallt und somit die Überdüngung der Lägerplätze vermieden. 

Wo sich Folienabdeckung lohnt 

Die Ampfer-Zudeckmethode lohnt sich grundsätzlich für klein- bis mittelgroße Flächen rund um die Alpgebäude. Erfolgt eine Verbesserungsmaßnahme, so sind Begleitmaßnahmen unumgänglich. So ist auf diesen Bereichen durch Zäunungsarbeiten eine weitere Nährstoffzufuhr und ein künftiges Viehlägern zu vermeiden und sind einsickernde Wässer abzuleiten. Sollte auf den Flächen keine Heumahd gewollt sein, so macht eine Nutzung durch ausschließliche Beweidung  an einigen Tagen Sinn. Danach werden die Tiere wieder ausgetrieben und bleiben ausgesperrt. Diese stundenweise Beweidung erfordert die Anwesenheit von Almpersonal. Den Almampfer auch auf Kleinflächen zurückzudrängen, bedarf also einer intensiven und geplanten Auseinandersetzung und genug Arbeitskapazität für diese Materie.

Wer sich im Detail über die Folienabdeckung informieren will, empfehle ich folgende Quellen zu studieren:

https://www.patura-alpina.ch/fileadmin/digiplanalp/documents/bechtold-machatschek-2011-Ampferbekaempfung_durch_Lichtentzug-S21-23.pdf , Josef Bechtold, Michael Machatschek, 2011, 3 Seiten

https://shorturl.at/gtyGU

 (Effectiveness of non-chemical methods to control alpine dock (Rumex alpinus) on an alpine pasture in Slovenia), MARIJA GREGORI & URBAN ŠILC, 2017. Grafiken: englisch

Almampfer-Eindämmung mit wiederholter Mahd und Einsaat 

Diese biologische und natürliche Verdrängungsmethode braucht einige Geduldsjahre. Um dichte Bestände von Almampfer zu schwächen ist jährlich eine öftere Mahd in Kombination mit Einsaat notwendig. Almampfer soll wenig Chancen haben, mit großen und dicht nachtreibenden Blättern Reservestoffe in das Rhizom einzulagern. Der erste richtige Zeitpunkt für das Mähen ist das frühe Entwicklungsstadium, wenn noch keine Blütenstängel gebildet sind. 

Schnitt alle 3 Wochen

Der Schnitt massiver Ampferstellen von muß mehrmals pro Saison, etwa alle 3 Wochen erfolgen und zwar immer dann, wenn viele neue Blätter austreiben. Mit der mehrfach wiederholten Mahd und wiederholten Einsaat kenne ich erfolgreiche Biobetriebe, die so den bekannten Stumpfblättrigen Wiesenampfer auf Futterwiesen in der Buckeligen Welt in NÖ völlig unter Kontrolle gebracht haben. Den Beitrag über 

Biologisch natürliche Ampferbekämpfung nach HUMER lesen Sie da: https://shorturl.at/bcjqQ bzw

https://futterwiesenexpertehumer.blogspot.com/2018/06/naturliche-ampferbekampfung-durch.html bzw 

Aufgrund dieser meiner positiven Erfahrungen empfehle ich folgende Vorgangsweise zur  Almampfer-Bekämpfung:

Der Almampfer ist am besten mit mehrmaligem radikalen Rasierschnitt so kurz wie möglich zu halten, um die Assimilationsfläche maximal zu verringern. Man soll die Blätter bis auf Bodennähe möglichst alle köpfen, um den Ampfer maximal zu schwächen. In schwierigem Gelände und für flottes Arbeiten eignet sich eine Motorsense dazu am ehesten.  Alle großen beschattenden Schnittgutmengen, insbesonders wenn bereits aufgestängelte Samenträger da sind, oder wenn sie die Einsaat behindern, müssen entfernt, gesammelt und abseits am besten kompostiert und vererdet werden. Für die Einsaat muß jedenfalls immer genug offener Boden und Licht zum Keimen da sein.

Gleich folgend ist es günstiger auf alle offenen Bodenstellen zuerst eine eigene speziell schnellwüchsige Gräsermischung einzusäen. Der Boden soll für die Saat oberflächlich wie mit einem Eisenrechen leicht gelockert werden. Die Saat selber ist mit einem Rechen, etc leicht einzuarbeiten und anzutreten oder anzuwalzen, damit sie möglichst rasch ankeimt und anwächst und rasch den Boden bedeckt. Raschwüchsige Gräser sind am Anfang deshalb so wichtig, dass sie dem Ampfer möglichst schnell Konkurrenz machen und viel Licht wegnehmen. Die raschwüchsigen ersten Einsaaten können  auch den dort meist höheren Stickstoffmengen im Boden für sich nutzen und gleichzeitig dem Ampfer entziehen. Auch später muss wiederholt im Jahr auf den noch offenen Stellen nach der Mahd immer wieder eingesät werden. Es gilt einfach die Einsaat immer dann zu nutzen, wenn der Boden unter dem Ampferschirm offen ist. Ebenso ist immer bei Bodenverletzungen durch Weidetritt, Erntespuren, Holzzwischenlagern, Misthaufen, etc einzusäen. 

Flächig große Almampferfluren wie bei Viehlägern sollten vor der Einsaat eingezäunt werden, was natürlich den Arbeitsaufwand erhöht. So wird die junge Saat vor Beschädigung durch Beweidung bei feuchtem Boden und vorzeitigen Betritt geschützt.     

SCHLAFSAAT für Almsaaten 

Auf Almen sollte auch die wenig aufwändige Saattechnik der SCHLAFSAAT für die Wiederbrünung offenen Bodens genutzt werden. Schlafsaat ist einfachen ein normale Aussaat im Herbst auf offene Bodenstellen. Die Besonderheit der Schlafsaat ist, dass erst  im Herbst oder sogar auf Schnee gesät wird. Die Keimung erfolgt dann erst bei passender Witterung.

Raschwüchsige, gute Futtergräser nehmen dem Ampfer möglichst viel Licht weg und bedecken den Boden rasch. Besonders in den ersten Jahren müssen die Ampfernester verstärkt mehrmals und regelmäßig im Jahr gemäht werden. Der Almampfer wird dann auch nicht so grob. Im ganz jungen Stadium wird er mitunter sogar auch etwas vom Vieh dezimiert. Mit dem ständigen Köpfen des Almampfers wird er geschwächt, während die Futtergräser stärker werden. 

Zur vorläufigen ersten raschen Bodenbedeckung würde ich folgende selber zu mischende Individual-Mischung säen und zwar mit folgenden Arten für ca ½ ha:

Raschwüchsige Wiesensaatgutmischung zur raschen Bodenbedeckung

10 kg Bastardraygras oder Italienisches (besonders raschwüchsig)

5 kg Englisches Raygras (besonders raschwüchsig)

3 kg Knaulgras (dauerhafte Komponente in der Startphase)

1 kg Timothe (dauerhafte Komponente in der Startphase)

Wenn diese Komponenten schwer erhältlich sind (RWA-Raiffeisen-Grünlandleute sagen mir, dass sie fast immer alle Einzelkomponenten haben), würde ich entweder folgende ÖAG Fertig-Mischungen (RWA-Info unter: https://www.diesaat.at/sortiment/?sortiment=1&product_cat=qualitaets-saatgutmischungen) mit diesen Kurzbezeichnungen verwenden:

IM-Mischung:
Feldfutter-Intensivmischung für bis zu drei Hauptnutzungsjahre für milde und mittlere Lagen 

oder

KM-Mischung:
Kleegrasmischung für zwei bis drei Hauptnutzungsjahre für milde und mittlere Lagen

Oberhalb: IM- und KM-Saatgutmischungen von RWA / Die Saat aus deren 2021 Webinfos unter https://www.diesaat.at/sortiment/?sortiment=1&product_cat=gruenland-saemereien

All diese raschwüchsigen Mischungen nimmt aber man NUR in den Anfangsjahren, solange der Almampfer noch zu reichlich da ist. 

Dauerwiesen-Mischung für raue Lagen für dauerhaften Wiesenbestand 

Erst wenn der Almampfer unter Kontrolle ist, ist die Zeit gekommen eine längerhaltende Dauerwiesen- oder Dauerweidemischung für raue Lagen einzusäen. Auch diese ist so oft jährlich nachsäen bis sie sich voll durchgesetzt hat.  Dafür kommen für höhere Lagen wie Almen am ehesten diese ÖAG-Mischungen in Frage:

D: Dauerwiesenmischung für für raue Lagen oder

H: Dauerweidemischung für raue Lagen.

RWA bietet dazu folgende Infos an unter: https://www.diesaat.at/

Oberhalb: D-und H-Dauerwiesen-Mischungen von RWA / Die Saat aus deren 2021 Webinfos unter https://www.diesaat.at/sortiment/?sortiment=1&product_cat=gruenland-saemereien

Abb. links: Manche Saatgutanbieter wie SAMENA sind auch offener und informieren auch über die Sortennamen, was natürlich informativer ist und auch Sortenüberlegungen bei Planungen und im Nachhinein zulassen.  

Die Kärntner Saatbau bietet darüber hinaus folgende Spezialmischungen für Hochlagen an:

RENATURA® NACHSAAT INTENSIV MANTELSAAT®

Zur Nachsaat von intensiv genutzten Dauergrünland  bis 1000 m, 20 bis 25 kg/ha

mit Deutsches Weidelgras (früh/mittel/spät), Knaulgras, Wiesenschwingel, Wiesenlieschgras, Weißklee und Rotklee

RENATURA® NACHSAAT MANTELSAAT® OHNE KLEE

Zur Nachsaat von Dauergrünland bis 1000 m, 20 bis 25 kg/ha 

Ab 1700 Meter Seehöhe gibt es folgende spezielle Alpin-Mischungen.

RENATURA® ALPIN A1 (MANTELSAAT)

Spezialbegrünungsmischung für alpine Standorte mit saurem Ausgangsgestein über 1.700m Seehöhe

RENATURA® ALPIN A2

Spezialbegrünungsmischung für alpine Standorte mit basischem Ausgangsgestein über 1.700 m Seehöhe

RENATURA® HOCHALPIN

Spezialbegrünungsmischung für hochalpine Standorte über 2.100m Seehöhe

Mehr Infos dazu unter: http://www.saatbau.at/saatgut/begruenung/

Resümee: Almampfer-Eindämmung mit wiederholter Mahd und Einsaat 

Wie daraus jeder leicht siehst, ist sowohl der häufige radikale Rasierschnitt und genauso das wiederholte Einsäen ziemlich mühsam und ebenso zeitaufwändig wie alle anderen Bekämpfungsmaßnahmen. Die Eindämmung von Almampfer ist wirklich nicht einfach, da der Boden übermäßig mit Nährstoffen der Viehhaltung angereichert ist und das dem Almampfer extrem begünstigt.

Mit raschen und sehr wüchsigen Einsaaten kann das Nährstoffüberangebot wieder allmählich entzogen werden. Da aber diese raschwüchsigen Gräser nur maximal 2 Jahre ausdauernd sind, ist ein ständig jährliches Nachsäen bis zum Bekämpfungserfolg sehr entscheidend. 

Die Nachsaat sollte auch in 2 -3 Tranchen im Jahr erfolgen. Einmal im Sommer zur Haupteinsaatzeit, ein zweites Mal als Reparatursaat bei verletzten, offenen Böden und eventuell auch noch als Schlafsaat.

Nur mit gelungen Einsaaten ist eine Wechsel zur besseren Futterqualität und zu hochwertigen Erträgen möglich.  Auch später soll auf die Erneuerung des Grünland nicht vergessen werden, da mehr mehr als 2 Nutzungen sich die guten Futtergräser in ihrer Lebensdauer erschöpfen. 

Ich selber, kann den Bauern speziell am meisten bei der Zusammenstellung der

standortgerechten Saatgutmischung mit den dort bestwüchisgen Futtergräsern durch Begehung und Begutachtung der dort bestwüchsigen Futtergräser knapp vor der Ernte am besten behilflich sein. 

Almampfer-Fluren sind typische Kulturfolger der Weidewirtschaft. Die dort meist jahrelang aufkonzentrierten Pflanzennährstoffe tierischer Ausscheidungen ganzer Herden zwingen die dortigen wertvollen Futterpflanzen nieder. 

Die Folge ist die ständige Ausbreitung des Almampfers sowie anderer dort gehäuft vorkommender Problempflanzen wie die giftigen Alpenkreuzkräuter, Sauerampfer und Schafgarbe.

Ampferfluren zeigen starke Anreicherungen von Düngenährstoffen. Die Böden weisen deutlich höhere Gehalte an Humus, Phosphor, Kali, eine hohe  Basensättigung und eine relativ hohe elektrische Leitfähigkeit auf, alles infolge stark erhöhter Nährstoffkonzentrationen. 

Auf diesen Böden bildet der Alpen-Ampfer eine unerwünscht üppige Unkrautflur. Dieser Wildwuchs bildet  außergewöhnlich stabile Pflanzengesellschaften, die nur mühevoll ausrottbar sind.

Diese punktuell aufkonzentrierten Nährstoffe fehlen andererseits 

auf der restlichen Almfläche und schmälern dort gleichzeitig den Ertrag. 

Diese Umverteilung und Aufkonzentrierung der Pflanzennährstoffe schwächt Kulturland zweifach. unproduktiv.

Es entsteht eine nahezu unverwüstliche Unkrautwildnis und ein nährstofflich verarmtes Weideland je weiter es vom Alm entfernt ist.

Beides ist schädlich und ertragsverschlechternd für die Almwirtschaft.

Alpen-Ampferfluren auf Almflächen resultieren aus einer massiven Nährstoffumverteilung durch Weidetiere. Die im Boden durch Kot und Harn akkumulierten Nährstoffe stammen zum Großteil von entlegeneren, hüttenferneren Futterflächen, denen durch die Futteraufnahme ständig Nährstoffe entzogen werden. Diese Nährstoffumverteilung ist aus futterbaulicher Sicht nicht erwünscht, da der Alpen-Ampfer und seine Begleiter vom Vieh verschmäht werden. Außerdem gehen die besser erreichbaren und ertragsfähigeren Lagen durch Verunkrautung verloren. 

Vorsorge-Maßnahmen besondere relevant werden. 

Die massive Verunkrautung durch Alpen-Ampfer entsteht aus der mangelnden Verteilung und Rückführung der Wirtschaftsdünger, die im Nahbereich

Die kurzfristige Bekämpfung durch mechanische Maßnahmen (Mahd, Fräsen und Ausstechen) oder chemische Mittel erst dann sinnvoll, wenn gleichzeitig die primäre Ursache der Massenausbreitung, nämlich die ständig wiederholte Überversorgung des Bodens mit N und K aus Kot und Harn beseitigt wird. 

Im Almbereich sollten daher Alpen-Ampfer-fördende Nitrat-N- und K-reiche Düngemittel (wie etwa Mineraldünger oder Jauche/Gülle) nicht zur Anwendung kommen; stattdessen ist eine mäßige und sorgfältige Düngung mit gut verrottetem Mist zu bevorzugen. Die Verbesserung des Weidemanagements (Koppelweide statt Standweide) durch erfahrene Almhirte, die Stallhaltung der Tiere während der Nacht, die ständige und flächendeckende Almweidepflege und die Nachsaat mit standortgemäßem Saatgut sind weitere wichtige Vorbeugemaßnahmen, um eine Verunkrautung wertvoller Almflächen mit Alpen-Ampfer zu verhindern.

Auf diesen Flächen ist daher die Anwendung Kali-reicher Dünger wie Mineraldünger oder Gülle/Jauche wenig sinnvoll.

Eine ökologisch und almwirtschaftlich nachhaltige Verbesserung Melioration von Borstgrasrasen zu klee- und gräserreichen Pflanzenbeständen sollte daher aus boden- und vegetationskundlicher Sicht durch gut verrotteten Mist oder Kompost in standortangepasster Menge erfolgen. Aus landtechnischer Sicht sind die Ausbringungsmögichkeiten für feste Wirtschaftdünger vor allem auf extremen Hangflächen und steinigen Almweiden sehr begrenzt und arbeitsaufwändig. 

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Die Folgen einer Mistüberdüngung auf die Stoffzusammensetzung im Boden sind in Abb. 31 am Beispiel einer almhüttennahen, einschürigen Wiese (Haselkaralm) im Gradienten zwischen ungedüngten Borstgrasrasen und eutrophierten Alpen-Ampferfluren zu sehen. Solche Mähflächen wurden in der Vergangenheit zur Bereitstellung von Grundfutterreserven für Schlechtwettertage genutzt und gehören heute zu den gefährdeten Elementen der Almlandschaft. Auf Grund ihrer günstigen und leicht zugänglichen Lage, erhielt die untersuchte Fläche jahrzehntelang den im Stall anfallenden Mist. Die beträchtliche P- und Basenzufuhr bei mangelhaftem K-Input durch die einseitige, reichliche Düngung einerseits, der niedrige P-Entzug bei verhältnismäßig höherem K-Export durch die Ernte andererseits, verdeutlichen sich in einem sehr hohen lactatlöslichen P-Gehalt (höher als jener der untersuchten Alpen-Ampferfluren) und in einem sehr geringen Gehalt an lactatlöslichem Kalium. Die Einseitigkeit der Stoffzusammensetzung im Boden führt zur Dominanz konkurrenzstarker Arten und somit zur Degenerierung des Pflanzenbestandes: Alchemilla-Arten, Rumex alpestris und Senecio subalpinus sind bestandesbildend und unterdrücken durch ihr üppiges Wachstum und die breiten Blätter niederwüchsige, lichtbedürftige, futterbaulich wertvollere Pflanzenarten; sie zeigen zudem N-reiche Standorte an. Die Grasnarbe ist in der Folge lückig, wodurch Taraxacum officinale agg. und Poa trivialis sich gut ausbreiten können. 

Die Schaffung einer geschlossenen und dichten Grasnarbe ist Grundvoraussetzung für die Regulierung der Bei- und Unkräuter (GALLER 1989) und die Verbesserung der Phytozonöse hinsichtlich Ertrag und Qualität. Eine sorgfältigere Düngung bei standortangepasster Nutzungshäufigkeit (Zweischnittnutzung) sowie eine wiederholende Übersaat mit standortgerechtem Saatgut fördern rasenbildende Untergräser (v. a. Poa pratensis), die unerwünschte Kräuter in Schach halten können. D

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Daß bei überdurchschnittlicher Nährstoffversorgung selbst in der alpinen Stufe noch beachtliche Biomasseproduktionen möglich sind, zeigt sich etwa an der bis über 1 m Höhe erreichenden Alpenkratzdistel (Cirsium spinosissimum, Foto 136). Die Pflanze kommt zwar schon im Almbereich vor, steigt aber in feinerdereichen, durch Einschwemmungen oder selektiv hier deponierte Viehexkremente extrem nährstoffreichen Mulden weit über 2000 m (2460 m nach OBERDORFER 1970). Als einzige derart wüchsige Pflanze in solchen Höhen verteidigt sie übrigens ihre Biomasse mit einer geradezu furchterregenden Bestachelung ihrer Blätter („spinosissimum“ heißt übersetzt „die Allerstacheligste“).

NMineralisationswerte von bis zu 250 kg/ha u. Jahr.

Der Nährstoffraub durch den Almampfer 

Wer andere und noch bessere Informationen zum Almanpferproblem hat, kann mir die gerne via Kommentar auf der Webseite, E-Mail oder Whatsapp senden. Danke im Voraus!

 und Staat merkt es nicht

Trotz der lange bekannten und zunehmenden Verampferung auf Almen fehlen in Österreich einschlägige Lehr- und Beratungsinformationen. Dabei gibt der österreichische Staat Millionen für eine eigene alpenländische Versuchs- und Forschungsanstalt, das LFZ aus. Dort werkt eine gut bezahlte Hundertschaft von beamteten Forschern und Personal für Agrar- und Umweltforschung, die das Problem wohl sicher kennen, aber nicht daran werken, aber offenbar höchst praxisfremde Evaluationsberichte für vergebene Fördergelder für EU und ihr Ministerium komponieren. So ist es kein Wunder, dass sich bei mir Anfragen zur Eindämmung und Bekämpfung des Almampfers häufen, allein weil ich einen ausführlichen Webbeitrag zum Problem Almampfer aufgrund von Anfragen schrieb. Den hohen Informationsbedarf zeigen mir steigende Anrufe und Aufrufe meiner Webseite. 

 Es wundert einen, dass die beamteten, staatlichen alpinen Agrarforscher, Ökologen und die Agrarförderbürokratie das schleichende Almampferproblem mit ihren Umweltprogrammen noch  nicht erkannt haben. Wenn es anders wäre, könnten sie ihre engagierten Beweise mir vorlegen und so müsste ich das hier auch nicht schreiben und kritisieren. Vielleicht haben sie eine gute Ausrede, von zuwenig Ideen und Geld…. Ich jedenfalls sehe, dass der Almampfer beträchtliche volkswirtschaftliche Ressourcen wie Agrareinkommen der Bauern vernichtet und das in Zeiten des hoch modernen intelligenten Agrarfarmings.

   bei den heutigen Agrar und Umwelt ökologen habe ich überhaupt den Verdacht dass sie die kultivierte Nutzflächen kulturflächen der Bauern mehr der Wildnis und allem  Getier und Unkraut

überlassen wollen als auf den Schutz der Kulturen Wert zulegen. Neuzelle


Besondere Ampferfresser sind Ziegen

wie das Bild von Almampfer fressenden Ziegen hier zeigt (aus Doku Almauftrieb in Kärnten und der Steiermark)

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