Bekämpfung von Almampfer

Almampfer-Bekämpfung in 8 Wegen 

  1. Händisches Ausstechen, Sofortwirkung für Kleinflächen 
  2. Folienabdeckung – gute Wirkung
  3. Intensive Mahd mit Einsaat – mittlere Wirkung 
  4. Flächenbehandlung (Herbizid) 
  5. Bessere Nährstoffverteilung -> Weidemanagement
  6. Mahd in Almstallnähe
  7. Stallhaltung in Nacht
  8. Bodenüberdeckung 30cm; Bodenaustausch

Ausführliche Erläuterung einzelner Maßnahmen zur Bekämpfung von Almampfer

Das händisches Ausstechen

Die Maßnahme klingt in unserer Zeit von Hi-Tec fast anachronistisch und unzumutbar. Dennoch liefert Ausstechen eindeutig die höchste Wirksamkeit, wie alle Versuche und Berichte bestätigen. Diese Chance gilt es zu nutzen. Ein Vorteil dabei ist, dass die dicken Rhizomwurzeln des Almapfers flach und horizontal im Boden liegen und damit leichter mit der Gabel eines Ampferstechers ausgrabbar sind.  Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius), dem Hauptunkraut vieler intensiver geführter Futterwiesen in Tieflagen hat dagegen eine meterlang tiefgehende, viel schwieriger ausgrabbare Pfahlwurzel.  Zum Ausgraben gibt es verschiedene  Formen von Ampfer-Grabgabeln. 

Natürlich ist dieses Bekämpfungsformat wegen des hohen Arbeitsaufwandes nur für kleinere Bestände, Nester oder Einzelpflanzen geeignet. Wichtig ist, dass das gesamte Rhizom ausgegraben wird, denn auch Teile davon können wieder neue Ampferpflanzen bilden. Mit dem Ausgraben kann aber um den näheren Bereich der Almhütte wieder ein sauberes ampferfreies Almbild hergestellt werden. Besonders wichtig das händische Entfernen oder ausziehen einzelner überlebender Ampferpflanzen bei der Flächenbekämpfung durch Folienabdeckung oder Flächenspritzung. Nur so ist der Wiederaustrieb neuen Almampfers nach der Neuanlage von Futterflächen zu effizient verhindern. Während die Entfernung einzelner Alpen-Ampferpflanzen verhältnismäßig einfach ist, gestaltet sich die Umwandlung großflächiger Almaampferfluren in ertragreiche Almwiesen als äußerst zeitaufwändig und mühsam. 

Standörtlich passende Saatgutmischung zur Wiederbegrünung 

Zum raschen Aufbau der neuen Grasnarbe muss der offene Boden jedenfalls nach dem Ausgraben eine standörtlich geeignete Weide-Saatgutmischung angesät und für einen guten Aufgang festgetreten werden. Das Ausgraben mit der Lockerung des Bodens hat den spezielle Vorteil, dass eine besonders rasche mikrobielle Freisetzung von Nährstoffen durch die Bodenbelüftung erfolgt. Damit keimt das Saatgut dort entsprechend rascher und kräftiger.

Wer Zeit hat und über freie Arbeitskräfte verfügt, kann also sofort aufbrechen und in der ganzen Vegetationszeit mit der Almampfer-Bekämpfung beginnen und reinen Tisch machen.

Folienabdeckung zur Almampfer Bekämpfung mit guter Wirkung

Folienabdeckung 2 Jahre lang mit Neuanlage, zu 400m2 je Folie – Totalwirkung für mittelkleine Flächen, Futter ab  4. Jahr

 – Sofortige Totalwirkung für Kleinflächen und Saatausbesserung 

Recht erfolgreich verlief auch die Folienabdeckung zum Lichtentzug des Ampfers in 2 Versuchen. Der Praxisversuch lief in Vorarlberg auf der Alpe Hinterjoch auf 1584 m Seehöhe der Agrargemeinschaft Rankweil 2011 sowie in einem Exaktversuch in Slowenien 2017.

In Österreich wurde eine UV-beständige, schwarze, gewebte Gärtnerfolie mit 100m Länge und 4,15 m Breite mit Kosten von ca 250 € verwendet, um den Almampfer abzudecken. Wenn die Ampferfläche 1 Jahr lang komplett mit einer dunklen Folie zugedeckt bleibt, stirbt der Ampfer bis in den letzten Wurzelbereich ab und wird matschig. Aber auch alle Pflanzen sterben vollständig ab.

Das Samendepot der Almampfer im Boden bleibt dennoch keimfähig. Um dieses zu reduzieren, soll der Boden zu Beginn des Folgejahres grob aufgerecht werden. Dadurch werden die in der oberen Bodenschicht vorhandenen Samen durch Lichteinwirkung zur Keimung angeregt. Wenn die ersten beiden Blätter der jungen Almampfer ausgefaltet sind, ist die Fläche nochmals mit der Folie für ca. 3-4 Wochen abzudecken, damit auch die neuen Sämlinge absterben. Auf diese Weise wird durch die Ankeimanregung die obere Bodenschichte ampfersamenfrei. Bei dieser Variante erfolgt die Einsaat 4 Wochen später. Für einen schnellen Grasnarbenschluss ist nach dem Abdecken sofort eine Einsaat erforderlich. Vergleichsflächen wurden auch ohne Einsaat zur Selbstberasung belassen, wobei es zu keiner geschlossenen Grasnarbenbildung gekommen ist. 

Damit kein weiteres Unkraut wenig Licht bekommt, soll die Grasnarbe schnell und sehr dicht anwachsen, weshalb im ersten Sommer keine Nutzung oder nur eine kurze Weidenutzung erfolgen sollte. Wichtig ist auch, dass einzelne aus Unkrautsamen nachfolgend aufkommende Jungpflanzen ausgerissen oder ausgestochen werden. Außerhalb der abgedeckten Flächen befindliche Einzelpflanzen oder kleine Gruppen werden mit dem Ampferstecher ausgestochen, damit kein Eintrag durch Samenflug erfolgt. Diese Flächen sind ebenfalls zum schnellen Narbenschluss einzusäen. 

Dabei dürfen keine Trittschäden entstehen, da sonst im Boden befindliches Unkraut schnell zu keimen beginnt. Die die Flächen müssen dazu ausgezäunt bleiben. Schon Ende des zweiten Jahres ist der Grasbewuchs gefestigt und kann durch eine vorsichtige Teilbeweidung an trockenen Tagen genutzt werden, indem das Vieh nur für einige Stunden in die Abzäunungen eingelassen wird. 

Nachnutzung:  Auszäunung und vorsichtige Weide 

Erfahrungsgemäß würden sich die Weidetiere wieder auf diese Stellen zur Rast hinlegen und es würde wieder der Ampfer in einigen Jahren aufgrund der Nährstoffanreicherung aufkommen. Früher wurden größere ampferanfällige Bereiche unweit der Alpgebäude ausgezäunt und gemäht. So konnte man wenigstens die Wüchsigkeit dieser Standorte auf Heu nutzen. Ideal wäre es deshalb, diese hüttennahen Flächen zu heuen, um einen kleinen Futtervorrat anzulegen. Früher wurden auf vielen Alpen die Tiere über Mittag eingestallt und somit die Überdüngung der Lägerplätze vermieden. 

Wo sich Folienabdeckung lohnt 

Die Ampfer-Zudeckmethode lohnt sich grundsätzlich für klein- bis mittelgroße Flächen rund um die Alpgebäude. Erfolgt eine Verbesserungsmaßnahme, so sind Begleitmaßnahmen unumgänglich. So ist z.B. auf diesen Bereichen durch Zäunungsarbeiten eine weitere Nährstoffzufuhr und ein künftiges Viehlägern zu vermeiden und sind einsickernde Wässer abzuleiten. Sollte auf den Flächen keine Heumahd gewollt sein, so macht eine Nutzung durch ausschließliche Beweidung  an einigen Tagen Sinn. Danach werden die Tiere wieder ausgetrieben und bleiben ausgesperrt. Diese stundenweise Beweidung erfordert die Anwesenheit von Bewirtschaftern. Den Almampfer auch auf Kleinflächen zurückzudrängen, bedarf also einer intensiven und geplanten Auseinandersetzung und genug Arbeitskapazität für diese Materie.

Quellen:

https://www.patura-alpina.ch/fileadmin/digiplanalp/documents/bechtold-machatschek-2011-Ampferbekaempfung_durch_Lichtentzug-S21-23.pdf, Josef Bechtold, Michael Machatschek, 2011
https://shorturl.at/mAJR1 (Effectiveness of non-chemical methods to control alpine dock (Rumex alpinus) on an alpine pasture in Slovenia), MARIJA GREGORI & URBAN ŠILC, 2017


Der Almampfer (lateinisch: Rumex alpinus) gilt als sehr schwer bekämpfbares Almunkraut. Er kursiert auch unten den Namen: Alpenampfer, Bergampfer, und hat viele lokale Namen wie Pletschn, Ploschen, Sauplotschen, Scheißplätschen, Bergrhabarber oder Alpenblacken (Schweiz).

Mit Vorliebe wuchert er auf Almweiden, wo Vieh viel Dung auf Viehlägern hinterlässt. Als wucherndes Unkraut ist Almampfer kein natürliches Beikraut, denn er ist fähig die Almvegetation und damit die Futtergrundlage auf einer Fläche völlig zu vernichten. Er tritt so beständig mit der Almviehhaltung auf, als gehörte Almampfer schon zum Alminventar. Seine Ausbreitung hängt aber eng mit der Almbewirtschaftung zusammen. Die Massenausbreitung hat aber so gut wie immer der Mensch mit einer zu wenig kontrollierten Viehhaltung verursacht. 

Trotz der lange bekannten und zunehmenden Verampferung auf Almen fehlen in Österreich einschlägige Lehr- und Beratungsinformationen. Bei mir häufen sich Anfragen zur Eindämmung und Bekämpfung des Almampfers. Das zeigen mir steigende Anrufe und Aufrufe meiner Webseite. 

Typische Almampferplätze

Almampfer entwickelt sich auf Almen dort massiv, wo das Vieh seine  Ausscheidungen ständig an den gleichen Stellen hinterlässt: wie auf stark frequentierten Plätzen rund um Alphütten, Viehlägern, Viehtränken, Mistplätze und Melkplätze. Im freien Gelände vermehrt sich Almampfer auch dort wo sich das Vieh immer wieder auf den selben Plätzen  niederlässt, auf luftige Kuppen und windstillen Satteln, auf Hangterrassen, in üppigen Almeiden und Berg-Fettwiesen.

Ampfer-Grundübel auf Alm mit Nährstoffrückführung lösen

Ständige tierische Ausscheidungen auf denselben Stellen begünstigen die Ausbreitung des Ampferproblems. Nur ein funktionierendes Nährstoff- und Weidemanagement mit standortgerechter Behirtung, Pferch oder Stallhaltung können das Grundübel mit der mangelnden Nährstoffrückführung auf Dauer lösen. Die wertvollen Pflanzennährstoffe der Ausscheidungen des Viehs müssen auf die Weidefläche rückverteilt werden, wo sie ohnedies viel mehr für guten Futterwuchs dringend gebraucht werden. 

Almampfer vergeudet Ertragsressourcen

Wachsende Fluren von Almampfer zeigen eigentlich eine nicht nachhaltige Wirtschaftsweise. Denn: Auf entfernten Almweide erfolgt eine Ausbeutung der Pflanzennährstoffe ohne nachhaltige Rückführung. Die ständigen Nährstoffausträge ohne Rezyklierung sind ein Verlust von Ertragsressourcen. Andererseits wird  gleichzeitig auf den wuchernden Ampferfluren die ohnedies knappe Ressource Pflanzennährstoff auf Almen unproduktiv angehäuft und damit vergeudet. Almampfer zeigt  also eine zunehmende Disharmonie im Nährstoffkreislauf auf Almen. Es wundert einem, dass das die Ökologen und die  Agrarförderbürokratie das schleichende Almampferproblem mit ihren Umweltprogrammen noch  nicht erkannt haben. 

Lösung des Almampferproblems 

Zur Lösung des Ampferproblems wäre ein viel besseres Management der Nährstoffflüssen dringend notwendig. Dazu braucht es gezielte Weidepläne, wo sich das Vieh aufhalten soll, dass sowohl Unter- wie Übernutzung verhindert wird.  Notwendig ist dafür besonders geschultes Personal, dass eine standortgerechte Behirtung nach vorgegebenen Grundsätzen leistet. Besondere Zuwendung bedarf es der Handhabung der Viehläger für Rastplätze, dass es zu keinen Plätzen mit einer Häufung von Nährstoffausscheidungen kommt. So wird gleichzeitig die problematische Verampferung infolge Nährstoffverlagerung verhindert. Gleichzeitig verbessert sich dabei die Produktivität bei Futterertrag und -qualität.

Die Sanierung verampferter Almampfer Flächen 

Die Sanierung verampferter Almflächen steht verständlicherweise im Vordergrund, wenn sie unerträgliche Maße angenommen hat. Die Almampfer-Bekämpfung

Wiederbegrünung der verwüsteten Flächen ist aber eine mühseelige und langwierige Aufgabe. Denn:

  1. Almampfer hat stark verdickte, mit vielen Reservestoffen angereicherte Wurzelrhizome mit enormer Regenerationskraft aus denen rasch wieder ganze Pflanzen sprossen und
  2.  angesäte wertvolle Futtergräser haben in diesen Höhen nur eine kurze Vegetationszeit und 
  3. sie wachsen bei den viel kühleren Temperaturen auf Almen viel langsamer als in den Tälern.

 Die horizontalen Verzweigungen des nicht verholzten Wurzelrhizoms kann der Almampfer mit seinen großen Blättern sich ziemlich rasch auch vegetativ ausbreiten und auf Bergweiden allmählich großflächig die Grasflur unterwandern und überwuchern. 

Gerbstoffe und Oxalsäure schützen Almampfer vor Viehfraß

Der Almampfer schützt sich vor dem Fraß mit fraßhemmenden Inhaltsstoffen wie  Gerbstoffe und Oxalsäure. Nur in ganz jungem Zustand wird Almampfer auch gefressen, weil er da kaum fraß hemmende Stoffe enthält. Damit ist Almampfer nur mit früher und scharfem Beweidungsdruck dezimierbar und als Futterpflanze nutzbar.

Hintergründe der Ausbreitung

Die Ausbreitung von Almampfer begünstigt hat auch die Umstellung der Almwirtschaft auf die weniger beaufsichtigte, personalsparende Galtviehhaltung. Mangels Almhirten und geringerer Nachschau fehlt heute oft eine gezielte Weidelenkung, die zur vermehrten Lägerbildung führt. 

Auch mangels nächtlicher Einstallung ist das Vieh gezwungen seine Ausscheidungen vermehrt auf den Viehlägern zu hinterlassen. Bevorzugt werden dazu die wertvolleren, möglichst ebenen Flächen als Rastplätze.

Auch auf Melkalmen wuchert Almampfer in Bereichen um Ställe und Melkplätze. Er tritt auch hier wegen der konzentrierten Nährstoffansammlung und der Verteilung in unmittelbarer Umgebung auf den gemähten Angerflächen auf.

Die Konsequenzen dieser Viehläger sind konzentrierte und hoch anfallende Nährstoffmengen an N, P und K auf einer begrenzten Fläche aus massierten tierischen Ausscheidungen, die sich dabei im Boden immer mehr konzentrieren. 

Die Aufkonzentrierung der Nährstoffe in Richtung Almhütte, Almanger und Viehläger führt unweigerlich zur Förderung immer massiverer Almampferfluren.

Almampfer ist in der Lage diese hohen Nährstoffraten zu verkraften und in wüchsige Biomasse umzusetzen. Die viel  langsamer wüchsige Almvegetation wird durch die enorm großen Blätter des Almampfers stark beschattet und verdrängt. Mangels Licht werden vor allem die wertvollen Futtergräser der Almvegetation geschwächt, verdrängt und verschwinden schleichend.

Der Prozess einer gewissen Ausbreitung des Almampfers läuft schon seit Jahrhunderten durch die Almwirtschaft. Das heutige schwerere und hochleistende Vieh hat aber verschärfend viel höhere Nährstoffumsätze und damit viel mehr Ausscheidungen. Das beschleunigt die Ausbreitung des Almampfers.

Die heute meist geringerer Viehnachschau und damit zu geringe Weidelenkung durch mangelndes Almpersonal führt zusätzlich unweigerlich zu einer noch schnelleren und stärkeren Nährstoffverlagerung in Richtung stark frequentierter Plätze, meist in Almhüttennähe. 

Dabei verarmt gleichzeitig der Boden an Nährstoffen der entfernteren Weideflächen durch mangelnde Rückführung der Nährstoffe. Somit sinkt dort schleichend Ertrag und Futterqualität.

Leider nutzen die Nährstoffanreicherung nur Lägerfluren durch die massive Nährstoffverfrachtung aus entfernten Weidengründen. Und meist dort, wo die meiste Aktivität des Menschen auf Almen stattfindet. Dabei bräuchten besonders die entfernten Weidengründe die dort kärglichen Nährstoffe.

Auch weite Wegstrecken zu Viehtränken führen zu Nährstoffverlusten der Weiden und begünstigen anderseits die Ausbreitung des Almampfers.

Die Verteilung der Tränken an dezentrale Standorte abseits der Almhütte und der Stallungen verhindert die Verunkrautung und Lägerfluren direkt im Almzentrum. Da die Weidetiere vor allem an heißen Weidetagen sehr viel Wasser brauchen, sollten lange Wege zu den Wasserstellen vermieden werden. 

Der sozioökonomische Kostendruck und fehlende sowie zu teure Arbeitskräfte für Almpflege und -management und Technisierung verschärfen die Lage ständig, weil in diesem Gelände kaum eine rentable Technik einsetzbar ist. 

Das ist die Hauptursache des zunehmenden üppigen Massenwuchs von Almampfer. 

Fachwissen zum natürlichen Auftreten von Almampfer

Das Wissen zum natürlichen Vorkommen von Almampfer hilft, seine Ausbreitung und schwierige Bekämpfung besser zu verstehen.   

Almampfer wächst in der Natur im gesamten Alpengebiet in höheren Lagen von 1200 bis 2600 Meter Seehöhe. Er kommt in Berglagen von Mittel-, Süd- und Osteuropa, der Türkei und bis zum Kaukasusgebiet vor. 

Das natürliche Vorkommen von Almampfer sind Bodensenken oder Geländemulden, wo die wechselfeuchten Böden mit angeschwemmter Feinerde reich mit Nährstoffen und Wasser versorgt sind. Diese besonders fruchtbaren Mulden/Senken sind windarm und daher schneereich. Dadurch können sich in der obermontanen bis subalpinen Stufe besonders ungestört großblättrige und hochwüchsige Hochstaudenfluren entwickeln. 

Mit Almampfer assozierte Pflanzenarten 

Mit dem Almampfer wachsen oft gemeinsam Alpen-Greiskraut, Blauer Eisenhut oder Weißer Germer, alles extrem giftige bis ungenießbare Arten. Mit dem Vorkommen von Almampfer wassen oft gemeinsam wenig futtertaugliche Pflanzenarten wie Rasenschmiele, Lägerrispe, Behaarter Kälberkropf, Berg-Sauerampfer, Hain-Sternmiere oder Brennessel.

Rinderherden und Steinwild lagern gerne auch auf windarmen Kuppenlagen und ebenen Hochsatteln. Vieh besucht die Hügel vor allem nachts, da sie sich bevorzugt auf einer Kuppe oder in ebener Lage ausruht, aber niemals in Mulden. Auf diese Weise kommt es auch in abgelegenen Kuppenlagen zu Lägerfluren mit Almampfer.

Lägerfluren bilden entwertetes Grünland auf Almen, das Vieh nur mehr zum Niederliegen und Wiederkäuen aufsucht, weil es bevorzugt ebenen Lagen zum lagern aufsucht. Gleichzeitig kotet es dort notgedrungen verstärkt ab. 

Die Pflanzengesellschaft des Almampfers bildet dabei eine erstaunlich stabile und schwer ausrottbare Pflanzengesellschaft. Die Artenzahlen sind dabei mit 13 bis 24 Arten für Almflächen gering. Durch die Dominanz von Almampfer verlieren diese Flächen ihren futterbaulichen Wert. (BOHNER 2003). p40 p61

Natürliche Almampfer-Biotoptype sind oft mit Gehölzen mosaikartig verzahnt. Typische Gehölze sind Grünerle, Latschen, Fichten, Lärchen oder Ebereschen. GUBERT, evalm suske 2012

Die Pflanzengesellschaft des Almampfers mit natürlichem Ursprung hat den ökologische Wirkung, dass dort die meist spärlichen Nährstoffe in Bergregionen bestmöglich zurückgehalten werden und vor Abschwemmung geschützt sind. Diese Pflanzenflur ist andererseits ein wichtiger Bodenbildner und Grundlage für eine dicht verwurzelte, erosionsfeste  Pflanzendecke, samt Bäumen und Sträuchern, die die Täler vor Muren schützen. GUBERT, evalm suske 2012

Almampfer profitiert von offenem Boden und Trittschäden an überlaufenen Stellen. Durch sein großes Wurzelrhizom kommt er auch mit verdichteten Böden gut zurecht. Sein Wurzelrhizom hilft ihm auch in der Vegetationsperiode früh auszutreinen. Die grossen Blätter überschirmen schnell die noch vorhandenen Futterpflanzen. Dadurch nimmt er ihnen das Licht weg und verdrängt sie allmählich. Je grösser und älter die Ampferblätter sind, desto mehr Oxalsäure enthalten sie und desto weniger gerne werden sie vom Vieh gefressen. Häufig sind sie schon zu alt und wenig schmackhaft, wenn die Beweidung beginnt.

Wurzelrhizom das starke Herz des Almampfers 

Das Herz des Almampfers ist das dicke Wurzelrhizom seines Wurzelstockes. Diese Wurzelverdickung verläuft wenige Zentimeter tief im Boden und ist waagrecht – im Gegensatz zum Wiesenampfer. Dort speichert die Pflanze ihre Reservestoffe für den schnellen Wiederaustrieb, auch wenn sie geköpft wird. Vom Rhizom wachsen weitere Sprosswurzeln auch in tiefe Bodenschichten. Dadurch überlebt Almampfer auch in trockenen und ungünstigen Zeiten. Nach Schnitt, Verbiss oder Verletzungen treiben mittels den Reservestoffen aus dem Rhizom rasch wieder neue Triebe aus. 

Auch aus Rhizomteilen ist in Wiederaustrieb möglich. Zerhackende Bodengeräte zum Mulchen der Ampferfluren wie Fräsen begünstigen daher den Neuaustrieb von jeder Augenknospe eines zerteilten Rhizoms. Ohne wiederholtem Fräsen oder Niederhalten der Triebe kommt es meist zu vielen weiteren Neuaustrieben des Almampfers.   

Das Bild oben aus der Schweiz zeigt deutlich, wenn beste ebene Almweiden einmal durch Almampfer verwüstet sind.

Almampfer in typischer Almnähe in Kärnten bei einer Grünlandberatung Juli 2020


Ziegen als Almampfer-Fresser

Ziegen fressen Almampfer mit besonderer Vorliebe. Das belegen dokumentarisch Ziegen von meinen mitgeschnittenen Bildern von Almampfer fressende Ziegen aus dieser Filmdoku:
Almauftrieb in Kärnten und der Steiermark (Juni 2021, ORF) wie folgende 2 Bilder aus der Doku zeigen.

Film in Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=65nE0N8slJ8

Originallink:
https://tvthek.orf.at/profile/Unser-Oesterreich/3439033/Unser-Oesterreich-Ueber-uns-nur-der-Himmel-Almauftrieb-in-Kaernten-und-der-Steiermark/14094547


Die mit Vorliebe Almampfer fressende Ziegen wurden aber im Youtube Video justament herausgeschnitten. Ich habe aber zum Beleg  und Glück in ein paar Screenshots vom Originalfilm gemacht.

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Vorschläge willkommen ….

Solltest Du/Sie selber mehr oder besseres Wissen zur Bekämpfung von Almampfer haben und meinen Beitrag weiter verbessern. kann man hier unten etwas beitragen. 

Wie? Man kann hier unten einen  Kommentar oder mir eine E-Mail an johann.humer@gmail.com schreiben. Interessant sind natürlich immer besonders eigene Praxiserfahrungen.

Beitrag ist derzeit (Juni 2021) in Arbeit, wird fortgesetzt ….

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