Behaartes Schaumkraut – Massenauftreten in engerlings-zerstörten Futterwiesen in Steyr/Christkindl

Das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta)

hat auch diese deutschen Zweitnamen:

  • Ruderal-Schaumkraut
  • Gartenschaumkraut
  • Viermänniges Schaumkraut oder 
  • Vielstängel-Schaumkraut.
Foto von Wikipedia

Es war bislang in Östtereich eine unauffällige Ruderalpflanze an Bachrändern in Ostösterreich (Hübl, 11.4.2019) oder gestörten Vegetationsflächen (BOHNER, 11.4.2019).

Nunmehr tritt sie auch in Futterwiesen auf, wo es Lücken im Futterbestand gibt – die vermutlich von den grossen Engerlingsschäden vom Vorjahr stammen.

Wiesenzerstörer wie Engerlinge und Wühlmäuse, Dachs und Vögel, und Wildschweine nehmen in letzter Zeit immer mehr zu.

Bei der Suche nach den fetten Engerlingen zergraben, zerpicken und durchwühlen die Engerlingsfresser die Grasnarbe.

In diese geschaffenen Lücken der Futterwiesen, breiten sich rasch fortpflanzungsfähige Unkäuter aus, nicht aber gute Futtergräser.

Nun stellt sich heraus, dass in den Lücken das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta) massenhaft dichte Matten bildet.

Das Behaarte Schaumkraut gilt botanisch als Indikatorpflanze für gestörte/zerstörte Grasnarben.

In Österreich werden / wurden 2018 viele Grasnarben durch die Engerlingsepidemie und der Dürre im Sommer 2018 zerstört.

Aus diesen Lücken siedelt sich nun in OÖ bei Steyr das Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsuta) teils in ganz dichten Reinbeständen, in filzigen Matten an.

Dadurch werden gutg Futtergr noch mehr zurückgedrängt und unerwünschte Wiesenpflanzen machen solche Wiesen als Futter noch weniger brauchbar.

Abhilfe gegen Ausbreitung von Cardamine hirsuta (Behaartes Schaumkraut )

Nur mit geduldig wiederhohlter Einssaat gutwüchsiger und standortgerechter Wiesensaatgutmichungen samt ausreichender Nährstoffversorgung mit NPK+Kalk (siehe RLSGD ) können lückige Wiesen repariert und saniert werden.

Wichtig ist dabei, dass für die sicher wiederkehrenden Trockenjahre im Saatgut auch trockenheitsresistente bzw klimaresiliente Gräser und Kleearten zugemischt werden.

Mehr dazu unter diesem Link:

https://futterwiesenexpertehumer.blogspot.com/2018/08/klimaresiliente-saatgutmischungen-fur.html

Damit lassen sich gute Futterwiesen mit einigem Aufwand und Geduld wieder herstellen.

Wichtig ist, das dabei vorher die Wiesenvernichtung der Engerlinge gestoppt wird.

Bislang wird gegen die Engerlingsplage noch wenig unternommen. Die Bauern warten offensichtlich ab, ob sich die Wiesen selbst regenerieren. Bei größeren Schäden ist das aber kaum der Fall.

Die Samenbank guter Futtergräser ist im Boden aber sehr limitiert.

Nur wenige haben die Engerlinge im Vorjahr durch mechanische Bekämpfung dezimiert.

Viele zu späte Einsaaten sind auch nicht wirklich gelungen. Es bleibt abzuwarten wie sich die Erträge auf die vielen Engerlingswiesen heuer entwickeln. Schlechte Ernten oder Futtermangel werden erfahrungsgemäß die Folge sein.

 Wer gute Futtererträge erreichen will, muss auf das passende Saatgut mit standortgerechter Artenwahl bei den Gräsern und Kleearten hohen Wert legen.

Echte Mehrwert-Beratung können Sie dazu vom Futterwiesenexperten Humer unter der E-Mail johann.humer@gmail.com anfragen.

Informieren Sie sich bereits hier unter:

Klimaresiliente Saatgutmischungen für geschädigte Futterwiesen

https://futterwiesenexpertehumer.blogspot.com/2018/08/klimaresiliente-saatgutmischungen-fur.html

 Von Wildpflanzen auf Futterwiesen sind keine Zukunftsaussichten in der klassischen traditionellen Grünlandwirtschaft zu erwarten.

Nur mit Zuchtpflanzen und Zuchttieren konnten unsere Hochkulturen entstehen.

Wo kein Saatgut verwendet wird, sind nur rund ein Drittel der Erträge zu erwarten. Betriebe mit bestem und passenden Saatgut und ausgewählten Zuchtrindern überholen längst jene, die rückständig bleiben.

Eine träumerische Abkehr zwischen von Zuchtpflanzen und Zuchtvieh und die Rückkehr zur Wildnis ist keine Überlebensstrategie für künftige Bauern und ein blühendes Land!

Unter Wildnisbedingungen können nämlich nur ganz wenige davon leben und überleben. Wenn heute Natur-pur-Illusionisten von „Zurück zur Natur“ träumen , vergessen sie allzu leicht, dass weder Wildnis noch Natur noch keine Kultur ist.

Nur mit viel Anstrengungen ist Kultur und Wohlstand hervorgebracht worden , dass soviel Menschen von soviel wenig Fläche wie heute sich ernähren können.

Wer Wohlstand und Werte von heute erhalten will, muss mit der Zivilisation mittun. Sonst lebt er bald von geschaffener Substanz und Werten vergangener Generationen und er wird die Werte an Tüchtigere verlieren.

DI. Johann HUMER

Futterwiesenexperte für produktive Futterwiesen in Österreich

Publiziert am: 11. April 2019

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