Wiesenumbruch mit Rototiller und Umkehrrotoreggen

Die Wiesen-Neuanlage im Ruckzuck mit einer einzigen Überfahrt

Rototiller-Kombination

Häufig fehlen in alten Dauerwiesen leistungsfähige und milchtreibende Futtergräser. Die Ausbreitung von Unkräutern, Auswinterung und Schäden an der Grasnarbe halbieren oft die Futtererträge. Mit einfacher Technik können Sie Ihre Futterwiesen wieder auf Ertrag bringen. Das erfahren Sie nachfolgend vom Futterwiesenexperten Hans HUMER.

Rototiller – Vorteile von Keilzinken

Der größte Vorteil der Rototiller-Sätechnik von RAU oder KUHN ist, dass Umbruch und Ansaat in einem Zug erledigbar ist. Die Wiesennarbe soll vorher möglichst kurz gemäht werden, damit die Narbenreste gut in den Boden eingearbeitet werden. Der Vorteil des Rototillers ist auch das Vergraben von Unkräutern.

Das Besondere am Rototiller sind die KeilzinkenSie rütteln Boden von der alten Grasnarbe und legen Pflanzenreste sauber unter dem Saatbett ab.  Die Rototillersaat hinterlässt ein feines, gut eingeebnetes Saatbett. Die Saatgutablage erfolgt oberflächennah im feinkrümeligen Erdstrom. Der Aufgang der Saat wird so durch Vegetationsreste nicht gestört. Später können klarerweise kräftige Wurzelreste der Altnarbe durchtreiben und neu keimende Unkräuter aufkommen. Sie sind mit einem Reinigungsschnitt und selektiver Ampferbekämpfung im Herbst beherrschbar.

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Der Rototiller ist gut bei seichten und steinigen Böden einsetzbar. Bei großen Steinen hebt sich der Rototiller. Es treten die nachteiligen Effekte einer Bodenfräse wie Erosionsgefahr, Vermehrung von Wurzelunkräutern und hoher Energieaufwand viel weniger auf. Der Rototiller kommt ertraglich nicht an den echten Pflugumbruch heran, da beim Pflug auch phytosanitäre und Fruchtfolge-Effekte mitspielen.

Nachteile abwägen

Die Nachteile der Rototillersaat sind, dass bei einem Stopp während der Saat das Gerät angehoben werden muß, da sonst Fräsmulden und Erdhaufen im Saatgang entstehen. Außerdem sind etwas mehr Niederschläge als beim Umbruch für den guten Aufgang notwendig sind. Wenn viele Unkräuter im Altbestand waren, kann auch ein Teil wieder durchwachsen. Das Problem ist mit einem selektiven oder Total-Herbizideinsatz vorher lösbar. Nachteilig ist auch, dass Rototiller in Grünlandgebieten wenig verbreitet sind. Da aber dieser Gerätetyp im Ackerbau immer weniger eingesetzt wird, war es früher nicht leicht ein derartiges Gerät zu finden. Heute sind Rototiller unter www.willhaben.at, www.landwirt.com  und EBAY zu finden. Es gibt mehrere Arbeitsbreiten. Bei einem praktischen Arbeitseinsatz, meinte ein Bauer, dass das schmälere Gerät unterdimensioniert ist. Überraschend gut waren eigene Beobachtungen in NÖ zum Saataufgang bei Rototillersaat – selbst im hängigen Gelände.

Wiesenumbruch mit Umkehrrotoreggen / Klingenrotor

Zur Grünlandsanierung werden auch Umkehrrotoreggen mit Klingen eingesetzt, wird von Galler und Maschinenringen berichtet. Bei einer vergleichenden Maschinenvorführung der LK Salzburg 2010 war zu beobachten: Bei Umkehrrotoreggen ist das hinterlassene Saatbett aber viel grob-scholliger als beim Rototiller. Nachher muss gewalzt oder eingeebnet werden, damit keine Erde ins gemähte Futter kommt (siehe Vergleichsfoto).

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Mögliche Zeiträume zur Saat für die Anlage von Dauerwiesen

300 bis 500 Meter Seehöhe: bis Ende August, spätestens Mitte September

500 bis 900 Meter Seehöhe: bis Mitte August, spätestens Ende August

Grünlandneuanlagen sind auch im Frühjahr möglich. Sinnvoll sind sie bei Spätherbst-Wiesenumbrüchen. Dabei richtet sich die Saatzeit nach Bodenabtrocknung und guter Befahrbarkeit. Nachteilig bei Frühjahransaaten ist, dass da das Unkraut stärker aufkommt.

Startphase mit N unterstützen

Damit die eingesäten Gräser eine schnelle Startphase haben, bewirkt knapp vor dem Anbau die Gabe von 30 kg pro Hektar Stickstoff oder 20 Kubikmeter Gülle ein möglichst schnelles keimen und auflaufen zur raschen Bodenbedeckung. Dieser Anschub für die eingesäten Arten unterdrückt vorweg das Unkraut. Herrscht nach der Saat großer Unkrautdruck sind sofort Pflanzenschutzmaßnahmen zur Sicherung des Bestandes durchzuführen.

Die Chance für Agrardienstleister / Lohnunternehmer / Maschinenringe

Vom Typ her sind beide Gerätetypen für Agrardienstleister prädestiniert, zumal es allein in Österreich einen riesigen Verbesserungsbedarf auf einer geschätzten Million Hektar Grünland besteht. Kompetente Agrardienstleister sollten diese riesige österreichweite Chance erkennen und diesen Service in Kooperation mit kompetenten Grünlandexperten anbieten. Schließlich können beste Erträge nur mit standörtlich perfekt passenden Arten und richtiger Mischungsauswahl und abgestimmter Düngung erreicht werden. Vor einem großen Einstieg ist es empfehlenswert diese Technik zuerst in Wiesenlänge als Versuchstreifen in unterschiedlichen Wiesen mit variierten Wiesensaatgutmischungen sofort nach der Ernte zu testen.

Gelungene Wiesenerneuerung, stark verunkrauteter Wiesen bringt Ertragsverbesserungen bis zu 5 t TM/ha. Das bedeutet eine enorme Steigerungsmöglichkeit betriebseigener Wertschöpfung von etwa 1000 €/ha, wenn der Wert mit zugekauftem Heu verglichenen wird. Der ÖPUL-Betriebsmittelverzicht im Grünland bringt dagegen nur 100 €/ha, führt zu immer mehr Futterverlusten durch Giftpflanzenausbreitung und forciert daher Sojaimporte und sogar Heuimporte in Tirol.

Fazit

Die Wiesenverbesserung ist heute als Wiesen-Neuanlage mit Rototiller oder Umkehrrotoreggen als Ruckzuck-Einsaat mit einer einzigen Überfahrt möglich. Die Futtererträge lassen sich bei Neuanalgen nahezu um 5 Tonnen je ha verdoppeln. Futterwiesenexperte Hans HUMER und Agrardienstleister bieten dazu ihre Dienste und Beratungen an.

Mehr PPT Vortrags-Folien dazu unter: https://www.evernote.com/shard/s240/sh/5f39157f-67b3-4044-8837-46471f531c12/330d94de0cc8e17993d865b2d6c95d39

Unter dem Titel:
Eigene Grünlanderneuerungs-Info vom 20. Feb 2013

ZB  Wiesenumbruch mit Rototiller und  Umkehrrotoreggen Klingenrotor

Auskünfte:

johann.humer@gmail.com, M:0664/8244458

Mehr Rototiller Info Texte und Bilder unter: https://goo.gl/DSCB8C

imgp4620Wiesenumbruch in einem Zug mit einer grossen Rototillerkombination mit Einsaatbild.

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Umkehrrotoregge
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Arbeitsbild von Umkehrrotoreggen

Wiesenumbruch mit Umkehrrotoreggen-Kombination mit Einsaatbild.

Der Beitrag wurde zusammengestellt vom Futterwiesenexperten Hans HUMER, 15.6.2018

Fotos: alle HUMER

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