Weiche Trespe in der Wiese? Fachinfos für Praktiker

Invasion der Weichen Trespe? Das können Sie tun! So helfe ich Landwirten mit fundierter Beratung.

Die zunehmende Ausbreitung der Weichen Trespe (Bromus hordeaceus) bereitet vielen Wiesen- und Weidebewirtschaftern Sorgen. Besonders auf extensiv genutzten Flächen, wie in diesem Fall auf Streuobstwiesen, drängt diese konkurrenzstarke Art heimische Wiesenpflanzen zurück und gefährdet die Artenvielfalt sowie den Ertrag.

Massenauftreten von Weicher Trespe

Ein Landwirt aus dem Erzgebirge wandte sich vor kurzem mit folgender Anfrage an mich:

„Seit ein paar Jahren sehe ich mit Sorge, dass sich in meiner Streuobstwiese die weiche Trespe immer mehr ausbreitet. Diese beiweide ich so früh wie möglich mit meinen 6 Schafen. Um die Trespe nicht zum Aussamen zu bringen, mähe ich mit einem hocheingestellten Rasenmäher nochmals die Samenstände ab. Danach warte ich bis Ende Mai, um auf circa 500 Quadratmeter Heu zu machen. Die Streuobstwiese liegt etwa 480 m über dem Meeresspiegel im Erzgebirge. Wie kann ich in Zukunft weiter verfahren, um der invasiven Ausbreitung entgegenzuwirken? Kann ich jetzt noch Ergänzungssaaten mit geeigneten Grasmischungen in die verunkrautete Fläche einbringen?“

Solche gezielten Fragen beantworte ich gerne individuell und ausführlich – so auch in diesem Fall. Hier meine fachliche Einschätzung und Empfehlung, die ich auch anderen betroffenen Landwirten zur Verfügung stelle:

Ursachen der Ausbreitung

  • Starke Nutzung oder Weidetritt, insbesondere bei nasser Witterung, führt zur Schädigung der Grasnarbe. Die Weiche Trespe nutzt diese Lücken konsequent aus.
  • Klimawandelbedingte Frühreife der Trespe verschärft das Problem: Sie samen bereits sehr früh aus, während andere Gräser durch die Nutzung kaum zur Samenreife kommen.
  • Tierische Schädlinge (z.B. Mäuse oder Insekten) können ebenfalls zu Narbenschäden beitragen, die die Etablierung der Trespe fördern.
Massenauftreten von Weicher Trespe nach nasser Beweidung im nassen Herbst im Gebiet Waidhofen/Ybbs – Ertl in NÖ.

Empfehlungen zur Eindämmung

  • Frühe Beweidung und gezieltes Abmähen der Samenstände sind sehr sinnvolle Maßnahmen, um die Samenbildung zu unterdrücken – weiter so!
  • Ziel muss eine dichte Grasnarbe sein. Dafür empfehle ich eine regelmäßige Nachsaat mit konkurrenzstarken Arten: Empfohlene Mischung (ca. 20 kg/ha):
    • Weißklee: 7 kg
    • Englisches Raygras: 8 kg
    • Wiesenrispe: 5 kg

Diese Arten eignen sich nur für Weiden, NICHT aber für Mähwiesen, da sie nur niedrig wüchsige, dafür sehr dichte weidefeste Bestände bringen.

  • Je nach Standort (feucht/trocken) sind zusätzlich angepasste Arten sinnvoll.
  • Die Nachsaat sollte mindestens drei Jahre lang durchgeführt werden. Eine spätere Anpassung der Mischung ist oft nötig, um Dominanzen zu vermeiden.
  • Konsequente Nachsaat erfordert „Geduldige Wiederholung“ (wie mein Grünlandprofessor Dr. Schechnter immer wieder betonte)
  • Beste Zeitpunkte: Flächensaaten im Spätsommer, Reparatursaaten direkt nach Mahd oder Weideumtrieb.
  • Bodenbearbeitung: Das Saatgut muss auf offene Erde fallen – leichte Bearbeitung verbessert die Keimung.

Weitere Informationen und Beratung

Viele Betriebe sehen sich heute mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Genau deshalb biete ich gezielte Grünlandberatung an – praxisnah, individuell und mit fundiertem Fachwissen.

👉 Mehr dazu auf meiner Beratungsseite: https://futterwiesenexpertehumer.com/2021/11/03/gruenlandberatung-di-humer/

Wenn auch Sie eine Situation auf Ihrer Wiese haben, die Sie besorgt, oder wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihre Grünlandpflege zukunftsfähig gestalten – nehmen Sie Kontakt mit mir auf. Ich freue mich, auch Ihnen weiterhelfen zu dürfen.

Mit fachlichen Grüßen,

DI Johann Humer
Futterwiesenexperte
Wien, 24. April 2025

Frühere Beiträge zur Weichen Trespe:
https://futterwiesenexpertehumer.com/2024/04/15/weiche-trespe-bekampfung-in-futterwiesen-rasch-erklart/

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