Wenn Mäuse Weizen Felder leer fressen / Spätfolgen schädlings-fördernder Agrarprogramme?

Kollateralschäden geldgefördernder EU-Programme in Zeiten des Klimawandels im trockenen Weinviertel 2019 durch Schädlingsinvasion

  • Unterschätzte Risiken mit

    • Direktsaat und Mulchsaaten

    • Gefahren von Ackerbegrünungen

  • Besonders bei exzessiv geförderten Ackerbegrünungen im Trockengebiet

  • Unterschätzte Risiken durch Direktsaat und Mulchsaaten

  • Das Fehlen harter Winter fördert Schädlinge wie Mäuse

  • Offen bleibt, warum bestimmte Orte / Gebiete so extrem schwer betroffen

  • Jetzt bereits gigantische Schädlingsvermehrung

  • Mäuse & Schadinsekten einzudämmen – sollte öffentliche Interesse sein !

Beispiel: Mäuse vernichten ganze Getreidefelder im Weinviertel im Juli 2019

Der Mähdrescherfahrer sagt beim Dreschen dieses 2019
komplett von Mäusen gefressenem Weizenfeld im Video:

20 Meta brat nit a mal an Ehrn.
20 Meter breit, nicht einmal eine Ähre.

Bilder freundlich zur Verfügung gestellt vom Mähdrescherfahrer W.E. Bez. Zistersdorf

Enorme Mausschäden im Weinviertel bei Weizen und anderen Kulturen zeigen die aktuellen Bilder betroffener Bauern. Hier zirka 70% Ertragsverlust im Bezirk Gänserndorf im Juli 2019.

Bald Mähdrusch ohne Getreide? Eine Konsequenz der Vernachlässigung und Verteufelung des Pflanzenschutzens in ÖPUL! Wenn auf 20 Meter Breite keine Ähre steht! Das sieht man erst wie wichtig der richtig angewandte Pflanzenschutz ist.

Kommentar HUMER: Im fast ganzen ÖPUL wird der eigentliche PFLANZENSCHUTZ verteufelt, quasi wie ein riesiges Umweltproblem mit zigtausend Erkrankten oder Vergifteten hingestellt. Dabei ist der PFLANZENSCHUTZ eine so große Notwendigkeit, wie eine schützende und heilende Humanmedizin oder der Treibstoff, Frostschutz oder Gummireifen (alles keine Naturprodukte) bei jedem modernen Fahrzeug.

Wie es heute ausschaut, dürften die pseudogrün angehauchten Ersteller vom ÖPUL-Programm vom Pflanzenschutz vor gefährlichen Schädlingen und Krankheten an Pflanzen nicht viel – vielleicht sogar gar keine Ahnung – gehabt haben. Ohne Pflanzenschutz, wird die Wichtigkeit zuverlässlich gesicherter Erträge und das Wissen einer jahrunderten alten Wissenschaft und Fachsparte mit dafür sogar staatlich gegründeten Anstalten und Universitäts-Instituten auf den Kopf gestellt. Dabei gilt ohnedies der Grundsatz, an den Kulturpflanzen nur geringste Mengen an Phytomedizin – so wenig wie notwendig – einzusetzen.


Ursachen & Folgen schädlingsfördernder Förderprogramme

  • Geförderte Minimal-Bodenbearbeitung-Trends hin bis zur Direktsaat
  • Bildung risikoreicher GRÜNER BRÜCKEN am Acker mit Dauerpflanzendecken
  • ⇒wo Mäuse leicht Unterschlupf finden & geschützt sind
  • Minimale Bodenbearbeitung verhindert Mäusefraß / Schädlingsfraß von Krähen, Möven, die die NAGER fressen – nach dem wendenden Pflügen
  • Krähen, Möven & NAGER fressende Raubvögel können bei Minimal-Bodenbearbeitung – KEINE MÄUSE finden & fangen!!
Acker: Beispiel wo hunderte Möven nach dem Pflug gewaltig auch die Mäuse dezimieren

Schädlingskalamitäten als Folge „Ohne Pflug“:

KEINE Krähen, Möven & andere Schädlinge & Mäuse fressende Vögel

  • Ohne Pflug ⇒→ KEIN Futter für Krähen & Möven !!!! etc ….
  • Bei minimaler Bodenbearbeitung –> KEINE Mäuse fressende Vögel
Bildergebnis für krähen am acker

Auch Krähen dezimieren die Mäuse, berichten Bauern
  • Immer größere Strohmassen (5t TM/ha … bis 8t/ha bei höheren Erträgen)
  • Minimalbodenbearbeitung in USA/Australien nur 1 bis 3 t TM/ha Stroh
  • Große Strohmassen = eine Einladung und Herberge für Mausnester.
  • Harte Winter fehlen durch den Klimawandel , die die Schädlinge wie Mäuse und Schadinsekten dezimieren
  • Allesamt begünstigen die gigantische Mäuse-Vermehrung

Offen bleibt, warum gerade bestimmte Orte / Gebiete so extrem schwer von Mäuseschäden betroffen sind.

Enorme Schädlingsvermehrung durch Zusammentreffen mehrerer Faktoren: Dauerbegrünungen, Bodenbearbeitungsverbot, Schädlingsklima

  • Schädlingsklima: fehlende harte Winter, keine Ungunstklima, keine Landregen
  • Dauerbegrünungen: Brache/Stilllegung von Acker mit Brachflächen und
  • Landesweite Ackerbegrünungen mit Bodenbearbeitungsverboten, aber auch die Begrünung von Wein-/Obstgärten
  • bieten Mäusen durch landesweite Förderung riesige Flächen zum Unterschlupf und Vermehrung.
  • ÖPUL-Ziel selbst fördert Mäuse durch: Bereitstellung von Nahrung, Schutz und Rückzugsmöglichkeit für Tiere und Pflanzen der heimischen Agrarlandschaft – damit auch SCHÄDLINGEN und SCHAD-NAGERN !!!

Weitere Ursachen der enormen Mäuseschäden

Die Mäuseschäden werden dort nach verschiedenen Quellen mitverursacht durch:

  • Zunehmend gesellschaftlicher Druck zur Vernachlässigung des Pflanzenschutzes in Österreich,
  • EU-Flächen-Stillungsverpflichtungen mit der Folge von der Verwilderung der Dauerbegrünungen auf Ackerflächen,
  • die Mäusen optimale Deckung und Schutz bietet
  • ausgelöst durch finanzielle Verlockung für Gelder zu Begrünungen,
  • Begrünungen, die Getreide das Wasser wegnehmen
  • ZUSÄTZLICH:
  • Geförderte Weingarten-Dauerbegrünungen,
  • wo Mäuse ein Paradies zum Überwintern finden und
  • ungemähte verwildernden Böschungen, wo Mäuse auch massenweise und ungestört vermehren können.

Als Ursachen werden auch unterschiedlich diskutiert:

  • der Abschuß von Raubvöglen und Fuchs,
    die prädestiniert sind, Mäuse zu dezimieren.

Welche Ursachen glaubt ihr, gibt es dafür?

Meinungen als Kommentar oder Email an johann.humer@gmail.com
oder in meiner WHATSAPPGRUPPE „Bauerninfo HUMER“ mitdiskutieren.


Die im Grünland bewährte Aufstellung von Jolen (Aufsitzstangen) war in einem Fall (in GÖSTING nächst Zistersdorf) nur anfänglich einige Tage/Wochen erfolgreich, nachher sind die Vögel nicht mehr gekommen. Dadurch wurde das nutzlose Aufstellung von Jolen wieder beendet.

Es stellt sich dann immerhin noch die Frage, warum NUR in bestimmten Gegenden und nicht in allen Orten im Weinviertel die Mäuseschäden derart gravierend sind.

Inszwischen wurde mir berichtet, dass die Mäuseschäden bis ins westliche Weinviertel reichen (Maissau).


Was macht die poltik & Bauernvertretung?

Der Politik und der Bauernvertretung ist scheinbar wenig aufgeregt, wenn in dieser Dimension Schädlinge wie Mäuse die Getreideernte und nun auch eine Reihe anderer Fruchtarten bereits fressen. Erst wenn Feuer am Dach ist, scheint reagiert zu werden. Reaktionen, ausser Artikel in Zeitungen, Medien und einen wenig konkret evidenzbasiserten hilfreichen Fachartikel der LK NÖ wird scheinbar nichts öffentlich bekanntes unternommen.

https://noebauernbund.at/news/news-detail/maeuseplage-gefaehrdet-ernten-im-weinviertel/

https://noe.lko.at/wenn-die-m%C3%A4use-auf-dem-acker-zur-plage-werden+2500+2957148

Empfohlen wird nach diesen Quellen::

Extreme Witterungsereignisse können das Problem eindämmen, zur merklichen Schädlingsbekämpfung ist ein Mix an Maßnahmen notwendig:

  • Strohnester vermeiden:

Eine erste wichtige Maßnahme ist, das Stroh gleichmäßig zu verteilen. Unter den Strohnestern finden Mäuse eine ideale Deckung. (Kommentar HUMER: ok)

  • Stoppeln kurz halten:

Kurze Stoppeln bieten weniger Deckung für Mäuse und sie können durch Beutegreifer besser gefangen werden. (Kommentar HUMER: ok, wird normalem Mähdrusch kaum was ändern )

  • Boden bearbeiten:

Tiefe Bodenbearbeitung wirkt reduzierend, da die Mäusegänge zerstört werden. Tiefe Bodenbearbeitung in kürzeren Zeitabständen verringert zudem die Gefahr, dass sich Mäuse wieder neu einnisten.

  • Begrünungsmanagement:

Sofern aus Gründen des Erosionsschutzes nichts entgegenspricht, kann eine Begrünungsvariante mit Herbst­ackerung ins Auge gefasst werden.

Werden nach dem Anbau von Raps oder Wintergetreide auf den aufgelaufenen Beständen bereits wieder Mäusegänge in mäßigen Umfang festgestellt, empfiehlt sich auch eine direkte Bekämpfung mit ausschließlich zugelassenen Rodentizide gemäß Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamtes für Ernährungssicherheit (BAES). Diese sind direkt in die Mauslöcher einzubringen.

Das Ausbringen von Schwefel hat nur vergrämende Wirkung. Speziell bei hohen Temperaturen ist die Wirkungsphase kurz, daher ist diese Maßnahme nicht zur Reduzierung der Mäusepopulationen geeignet.

Aktuell sind Mäuseschäden in den gängigen Versicherungsprodukten der Hagelversicherung nicht abgedeckt. Da Mäuseschäden regional und zeitlich begrenzt auftreten, wäre eine Risikoabsicherung durch Versicherung ein durchaus gangbarer Weg.

24. Juli 2019 (ohne Autorenangabe)


Wurde nun ÖPUL ein Förderprogramm zur Vermehrung der Mäuse – mit den Bodenbearbeitungsverboten ?

Was verursachen die Bodenbearbeitungsverbote im ÖPUL?

(Die frühre oft propagierte Direktsaat, Mulchsaat, Minimalbodenbearbeitung ist damit offensichtlich ein Bumerang!)
Siehe http://www.landimpulse.at/agroinnovation/downloads/warth_2015/BoBea%20Warth%202015%20Rosner.pdf

ÖPUL-Programme mit Bodenbearbeitungsverboten

aus Sonderrichtlinie ÖPUL 2015 nach 03. Änderung (PDF 1,3 MB)

Sie sind also im ÖPUL indirekte, kollaterale, wissentliche die Landwirtschaft schädigende Maus-Förderungsprgramme für die Mausausbreitung? (Absicht oder nicht?)

Textauszüge mit Bodenbearbeitungsverboten

2.6 Begrünung von Ackerflächen – Zwischenfruchtanbau (6)
2.6.1 Ziele
-4 Bereitstellung von Nahrung, Schutz und Rückzugsmöglichkeit für Tiere und Pflanzen
der heimischen Agrarlandschaft !!!
(Kommentar HUMER: Begrünungen sind also offiziell sogar ein Mäuse-, Hamster-, Zisel-Förderungsprogramm! Absichtlich oder unüberlegt???)

2.8: Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till) (8)
2.8.1 Ziele- Reduktion des Bodenabtrags durch den Verzicht auf wendende Bodenbearbeitung und Tiefenlockerung
2.8.4 Förderungsverpflichtungen
Jährliche Mulchsaat, Direktsaat oder Saat im Strip-Till-Verfahren im Anschluss an
Begrünungen gemäß Varianten 4, 5 oder 6 zum Anbau von erosionsgefährdeten
Kulturen. Maximaler Zeitraum zwischen der 1. Bodenbearbeitung und dem Anbau der Folgekultur ist 4 Wochen. Wendende Bodenbearbeitung unzulässig.

2.10 Erosionsschutz Obst, Wein, Hopfen (10)
Anlage von Begrünungen in den Fahrgassen von Dauer-/Spezialkulturen (Obst/Wein/Hopfen) entstehen. Als Bodengesundungen Dauer-/Spezialkulturen gelten:
a. Aktiv angelegte winterharte, ganzjährige flächendeckende Begrünungen
gemäß Punkt 1 b. und c. oder Belassen von bestehenden
Bodengesundungsflächen;
b. Verzicht auf N-Düngung und Pflanzenschutzmitteleinsatz im
Bodengesundungszeitraum auf allen Bodengesundungsflächen.
c. Nutzung nicht zulässig (keine Beweidung, kein Abtransport des Mähguts);

Erosionsschutz Wein: Flächendeckende Begrünung in allen Fahrgassen der
Weinflächen oder Bewirtschaftung von Terrassen. Zulässig ist das Offenhalten
des unmittelbaren Bereichs um die Stämme in einer Zeilenbreite von max.
80 cm. Flächen mit einer Hangneigung >= 25 % sind ganzjährig zu begrünen. … Erneuerung der Begrünung:
a. Ganzjährige Begrünung (Obst, Wein Variante B):

2.10.5-4Bodenbearbeitung im Begrünungszeitraum ist nur dann erlaubt, wenn dadurch die Begrünung nicht zerstört wird (z.B. Untergrund oder Tiefenlockern). Eine Nutzung der Begrünung ist nicht erlaubt (kein Abtransport des Mähgutes, Weidenutzung jedoch
zulässig).
2.10.5 Bodengesundung:
a. Während des Verpflichtungszeitraums ist eine Stilllegung zur Bodengesundung
zulässig.


Meine Meinung zu Begrünungen:

Begrünungen dürfen nicht blind, sondern müssen zielorientiert eingesetzt werden.

Wo es keinen aktuellen und triftigen Grund zum Schutz von Bodenerosion oder Nitratproblemen gibt, sind muss in Trockengebiet mit Begrünungen

♥ sehr zielorientiert,
♥ abwägend und
♥ bedacht umgegangen werden!

Die Erfahrung des täglichen Lebens zeigt, dass viele Sachen wie die Begrünungen und die österreichweite flächenhafte Verlockung durch flächenhafte Dauerförderung der Begrünung auch eine zwei-schneidige, nicht nur positive Angelegenheit ist!

Allein alle Dauerförderungen haben problematische Nebenwirkungen, die eine notwendige Dynamik und Anpassungen blockieren und schwere Kolateralschäden wie die Mausschäden an bestimmten Orten mitverursachen können.

Nicht umsonst haben sich Landwirte im Trockengebiet gegen die mit Geld verlockenden Zwangsbegrünungen gestellt und sich gegen zuviel Biomassenentwicklung durch Spätanbau mit Pseudobegrünungen zu wehren gewußt.


Die Felder mit den vielen Mäusen, die da hin und her laufen sind dort nun auch ein sichtbarer Mäusefriedhof.


BELEGE FÜR MASSENHAFTE ACKER-EGRÜNUNGEN


Flächen mit Begrünung in der Maßnahme „Begrünung von Ackerflächen“:
145.500 ha

Entspricht rund 21% der Ackerfläche in NÖ
davon

Abfrostende/überwinternde Begrünungen 80.000 ha
davon
nachfolgender Anbau Mulch-/Direktsaat 75.500 ha

Quelle aus: Klimawandel im Fokus einer effizienten Ackerbaustrategie
Dipl.-HLFL-Ing. Manfred Weinhappel, Leiter Abteilung Pflanzenproduktion

https://www.zukunftsraumland.at › …PDF
Klimawandel im Fokus einer effizienten Ackerbaustrategie



Mehr Bilder aus 2019 Sommer: Maiswurf durch MWB & Mäuse, (Bez.Tulln & Gänserndorf), Maisschaden & Maiswurzelbohrer unter:

https://photos.app.goo.gl/nzTWDLDDj4nisx918

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