Wenn die Hügel braun werden: Trockenheitsfeste Futterwiesen im

oberen Waldviertel

Ein Beratungsgespräch über Knaulgras, Rohrschwingel, Stroh, Nachsaat, alte Wiesen und die Gefahr durch Wasserkreuzkraut am 23. Mai 2026 mit einem Milchviehbetrieb mit hauptsächlicher Grünlandwirtschaft zwischen Zwettl und Gmünd in Niederösterreich.

Im oberen Waldviertel zeigt sich der Klimawandel nicht nur in Wetterdaten, sondern auf der Wiese: braune Hügel, schwacher Nachwuchs, Futterlücken, teurer werdendes Stroh, lückige Narben und auf feuchteren Stellen zunehmend problematische Giftpflanzen wie das Wasserkreuzkraut. Der folgende Beitrag fasst ein Beratungsgespräch zwischen einem seit vielen Jahren tätigen Spezial-Futterwiesenberater und einem langjährig betreuten Landwirt zusammen.

Es geht nicht um eine Patentlösung. Es geht um das, was im Grünland wirklich zählt: Standort, Wasser, Nutzung, Pflanzenbestand, Futterwert, Tiergesundheit und die Frage, wie ein Betrieb bei zunehmender Sommertrockenheit handlungsfähig bleibt.

„Die Hügel sind schon braun geworden“

Landwirt:
Die Hügel sind schon braun. Jetzt ist zwar Regen gekommen, aber ich glaube, der nutzt nicht mehr viel. Da wächst nicht mehr viel nach.

Berater:
Wenn der Bestand schon braun und abgestorben ist, darf man sich vom Regen nicht zu viel erwarten. Der Regen hilft dem lebenden Restbestand und dem jungen Austrieb, aber das braune Altmaterial wird dadurch kein gutes Futter mehr. Was abgestorben oder stark überständig ist, gewinnt durch Stehenlassen kaum. Im Gegenteil: Es beschattet den jungen Austrieb und verliert weiter an Futterwert.

Der erste Schritt ist daher oft nicht romantisches Warten, sondern nüchternes Abräumen. Nicht zu tief, nicht brutal, aber so, dass Licht und Luft an den Nachwuchs kommen. Danach braucht der Bestand Ruhe, Niederschlag und eine standortgerechte Nachsaatstrategie.

Genau diese Verschiebung beschreibt auch Raumberg-Gumpenstein: Der Frühjahrszuwachs nimmt zu, die Sommerdepression wird stärker, und wasserbedürftige, flach wurzelnde Futtergräser geraten unter Druck. Traditionelle Schnitttermine passen dadurch immer weniger zur tatsächlichen Bestandesentwicklung. (raumberg-gumpenstein.at)

„Ich brauche Futter. Das alte Futter reicht nicht mehr lange.“

Landwirt:
Das alte Futter ist fast aufgebraucht. Es kommt wenig dazu. Was mache ich jetzt?

Berater:
Kurzfristig muss man ehrlich sein: Wenn kein Futter da ist, kann man es nicht herbeireden. Dann geht es um Strecken, Struktur und Tiergesundheit. Stroh ist kein Leistungsfutter, aber es ist in solchen Jahren oft die wichtigste Rohfaserreserve. Die Tiere brauchen etwas zum Beißen und eine Ration, die den Pansen nicht überfordert.

Stroh ersetzt kein gutes Grundfutter. Aber es kann verhindern, dass man mit zu energiereichen, zu strukturarmen Notrationen die nächste Baustelle aufmacht. In Trockenjahren muss man auch die Leistungserwartung anpassen: nicht jedes Tier kann weiter auf Höchstleistung gefahren werden, wenn die Futtergrundlage fehlt.

Landwirt:
Also lieber rechtzeitig Stroh organisieren, auch wenn es teuer wird?

Berater:
Ja. Besser rechtzeitig mittelmäßige Struktur sichern als später gar keine. Und man muss die Tiere daran gewöhnen, nicht erst am letzten Tag. Futterknappheit ist kein einzelner Engpass, sondern ein Systemproblem: Menge, Struktur, Mineralstoffe, Tiergesundheit und Betriebsliquidität hängen zusammen.

„Für trockene Lagen ist Knaulgras die Rettung – aber nur, wenn man es richtig nutzt“

Landwirt:
Du sagst immer wieder Knaulgras. Ist das wirklich so entscheidend?

Berater:
Für viele trockenere Futterwiesen: ja. Nicht überall, nicht blind, aber sehr oft. Knaulgras ist eines der wichtigsten Gräser, wenn Deutsches oder Englisches Raygras auf raueren oder trockeneren Standorten nicht mehr sicher trägt. Es wurzelt tiefer, hält Trockenphasen besser aus und bringt Masse.

Aber: Knaulgras ist kein Zaubergras. Es muss jung genutzt werden. Wenn es alt wird, wird es hart, stängelig und verliert rasch an Futterqualität. Junges Knaulgras dagegen hat viel Blattmasse und kann sehr wertvoll sein.

Das bestätigt auch die Schweiz: Knaulgras wird dort als trockenheitstolerantes Futtergras beschrieben; zugleich wird auf die Nutzungsführung hingewiesen. Agroscope arbeitet aktuell sogar mit trockenheitsangepassten Mischungen, in denen Knaulgras als dominierende produktive Hauptart geprüft wird. (agroscope.admin.ch)

Landwirt:
Also nicht einfach Knaulgras säen und dann spät schneiden?

Berater:
Genau das wäre falsch. Knaulgras braucht eine andere Denkweise: früh beobachten, rechtzeitig nutzen, nicht verholzen lassen. Wer es zu spät nimmt, bekommt Masse, aber nicht unbedingt gutes Futter.

„Einmal nachsäen ist keinmal“

Landwirt:
Ich habe schon nachgesät, aber nicht überall ist etwas gekommen.

Berater:
Das ist normal. Gerade in Trockenjahren ist Nachsaat kein einmaliger Knopfdruck. Ich sage es bewusst hart: einmal ist keinmal. Wer trockengeschädigte Futterwiesen umbauen will, muss über mehrere Jahre denken. Es gibt Jahre, da keimt viel. Es gibt Jahre, da verbrennt fast alles. Entscheidend ist, dass man Lücken immer wieder nutzt.

Raumberg-Gumpenstein bringt es im Zusammenhang mit klimaangepassten Beständen auf den Punkt: Feuchte Jahre sind Nachsaatjahre. Tiefwurzelnde Kräuter wie Spitzwegerich und Zichorie werden ebenfalls geprüft, aber die Grundstrategie bleibt: offene Narben rasch mit passenden Arten besetzen, bevor Gemeine Rispe, Hahnenfuß, Kreuzkraut oder andere Lückenfüller übernehmen. (raumberg-gumpenstein.at)

Landwirt:
Wann ist die beste Zeit?

Berater:
Sehr oft der Spätsommer oder Frühherbst, wenn die Altnarbe weniger Konkurrenz macht, die Temperaturen sinken und Niederschläge wahrscheinlicher werden. Frühjahr kann funktionieren, aber bei Frühjahrs- und Frühsommertrockenheit ist das Risiko groß. Die deutschen Grünlandempfehlungen betonen ebenfalls, dass Nachsaaten im Spätsommer/Frühherbst oft bessere Startbedingungen haben, weil die Konkurrenzkraft der Altnarbe nachlässt und Herbstniederschläge helfen. (landwirtschaftskammer.de)

„Raygras ist nicht schlecht – aber auf trockenen Hügeln oft der falsche Held“

Landwirt:
Viele Mischungen sind voll mit Raygras. Ist das noch zeitgemäß?

Berater:
Auf guten, frischen, intensiven Standorten: ja. Deutsches Weidelgras beziehungsweise Englisches Raygras ist nicht grundsätzlich schlecht. Es hat hohen Futterwert, schließt Lücken schnell, ist schmackhaft und in der Nachsaat stark.

Aber auf trockenen Hügeln, raueren Lagen und Sommertrockenstandorten kann es zum Blender werden: im Frühjahr schön, nach der Trockenheit weg. Dann sieht der Bestand zuerst gut aus und bricht später ein. Für trockene Dauerleistung sind Knaulgras, Rohrschwingel, Glatthafer, Luzerne, Rotklee, Hornklee und teils Festulolium oft die realistischeren Bausteine.

Frankreich bestätigt diese Richtung sehr klar: ARVALIS beschreibt in mehrjährigen Schnittwiesenversuchen leistungsfähige Mehrartenmischungen mit Dactyle/Knaulgras, Luzerne und Rotklee; zwischen der besten und schwächsten Mischung wurden über fünf Jahre deutliche Ertragsunterschiede festgestellt. (arvalis.fr)

„Rohrschwingel kann viel – aber er ist kein einfaches Gras“

Landwirt:
Was ist mit Rohrschwingel?

Berater:
Rohrschwingel ist interessant, gerade auf trockenen, schwierigen oder wechselfeuchten Standorten. Er kann tiefer wurzeln, länger grün bleiben und auf Standorten durchhalten, wo andere Gräser schwächeln.

Aber er hat drei Probleme: Er etabliert sich oft langsam, ältere oder ungeeignete Sorten können hart und wenig schmackhaft sein, und er passt nicht in jede Nutzung. Moderne weichblättrige Sorten sind besser, aber man muss trotzdem auf Sortenwahl und Management achten.

In der Schweiz wird Rohrschwingel ebenfalls als robust beschrieben, aber mit Hinweisen auf grobere Blätter und Futterwertfragen. Genau deshalb gehört er nicht blind in jede Mischung, sondern gezielt auf die passenden Standorte.

„Festulolium ist interessant, aber keine Wunderwaffe“

Landwirt:
Und Festulolium?

Berater:
Festulolium ist fachlich spannend, weil es Eigenschaften von Raygras und Schwingel verbinden soll: mehr Qualität und Schnellwuchs von Raygras, mehr Robustheit von Schwingel. Aber es ist keine automatische Lösung. Man muss prüfen, welche Sorte, welcher Standort, welche Nutzung.

Die tschechische Forschung am Festuca-Lolium-Komplex zeigt, dass Trockenheitstoleranz und Regenerationsfähigkeit innerhalb dieser Kreuzungs- und Verwandtschaftsgruppe stark variieren. Das bestätigt: Diese Richtung ist züchterisch wichtig, aber man darf sie nicht pauschal überschätzen. (mediatum.ub.tum.de)

„Wenn es trockener wird, muss auch die Schnittzahl zurückgehen“

Landwirt:
Kann ich die Wiesen weiter so oft schneiden wie früher?

Berater:
Nicht überall. Das ist einer der größten Denkfehler. Man kann trockene Standorte nicht einfach mit derselben Schnittfrequenz behandeln wie frische Gunstlagen. Wenn der Sommer regelmäßig ausfällt, muss das Nutzungssystem angepasst werden.

Auf trockeneren, extensiveren Mähflächen gewinnt Glatthafer wieder Bedeutung. Knaulgras kann intensiver geführt werden, aber nur bei rechtzeitigem Schnitt. Rohrschwingel und Festulolium brauchen ebenfalls passende Nutzung. Luzerne und Rotklee können stark sein, wenn Boden und pH passen. Hornklee ist interessant für magerere, trockenere Lagen.

Die praktische Schlussfolgerung ist: Nicht die Mischung allein löst das Problem. Mischung, Schnittzeitpunkt, Schnitthäufigkeit, Düngung, Bodenreaktion und Wasserhaushalt müssen zusammenpassen.

„Alte Wiesen sind nicht automatisch wertvoll – aber Umbruch ist auch kein Automatismus“

Landwirt:
Du sagst oft, alte Wiesen bringen weniger. Soll man sie umbrechen?

Berater:
Langsam. Eine schlechte alte Wiese kann ein riesiges Ertragspotenzial verlieren: Gemeine Rispe, Lücken, Hahnenfuß, Moos, minderwertige Gräser, wenig Klee, kaum tiefwurzelnde Arten. Da kann Neuansaat oder Wechselwiesenwirtschaft sehr viel bringen.

Aber eine stabile, artenreiche, tragfähige Dauerwiese ist nicht deshalb schlecht, weil sie alt ist. Umbruch kann Humusverluste, Erosion, Stickstoffverluste und neue Unkrautprobleme auslösen. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern der Bestand.

Landwirt:
Also zuerst anschauen?

Berater:
Immer. Bestandesaufnahme vor Maßnahme. Anteil wertvoller Gräser, Lücken, Gemeine Rispe, Kleeanteil, Boden-pH, P, K, Nährstoffversorgung, Feuchteverhältnisse, Nutzungsgeschichte. Dann entscheiden: Nachsaat, Übersaat, Düngung korrigieren, Nutzung ändern oder tatsächlich neu anlegen.

Die Wechselwiesenwirtschaft bleibt trotzdem ein starkes Werkzeug. Früher war sie ein Rückgrat vieler Betriebe: ein bis zwei Jahre Ackerfrucht oder Kleegras, dann wieder frische Wiese. Das kann gerade dort sinnvoll sein, wo eine Dauerwiese pflanzenbaulich am Ende ist.

„Das Wasserkreuzkraut ist die zweite Front“

Landwirt:
Bei uns im Dorf breitet sich Wasserkreuzkraut immer mehr aus. Das ist mir fast unheimlicher als die Trockenheit.

Berater:
Das ist auch ernst. Wasserkreuzkraut ist kein Schönheitsfehler der Wiese. Es ist eine Giftpflanze. Es enthält Pyrrolizidinalkaloide, also Lebergifte. Das Problem: In der frischen Weide wird es oft eher gemieden, aber in Heu und Silage wird es mitgefressen. Die Giftstoffe bleiben weitgehend erhalten.

Die LK Steiermark schreibt ausdrücklich, dass Kreuzkrautarten stark giftig sind und dass die Giftigkeit durch Pyrrolizidinalkaloide auch in Heu und Silage erhalten bleibt. Die LfL Bayern weist ebenfalls darauf hin, dass Kreuzkräuter in allen Entwicklungsstadien giftig sind und die Toxine bei Heu- und Silagebereitung kaum abgebaut werden. (LK Steiermark) (Bayerische Landwirtschaft)

Landwirt:
Warum kommt es gerade jetzt stärker?

Berater:
Weil viele Risikofaktoren zusammenkommen: feuchte Senken, lückige Narben, Nutzungsschwankungen, späte oder unregelmäßige Mahd, schwächere Konkurrenz durch wertvolle Gräser und oft auch extensivere Düngung. Wasserkreuzkraut liebt nicht die trockenen Kuppen, sondern eher feuchte bis nasse, zeitweise schlecht tragfähige Bereiche. Das macht die Sache im Waldviertel besonders heikel: Auf den Hügeln Trockenstress, in Mulden und Gräben Kreuzkrautdruck.

Der bayerische Projektabschlussbericht zum Wasser-Kreuzkraut beschreibt eine starke Zunahme im Wirtschaftsgrünland Bayerns, nicht nur auf extensiven Feuchtwiesen, sondern zunehmend auch im produktiv genutzten Grünland. Die bisherigen Regulierungsmaßnahmen werden dort als aufwändig und oft wenig effektiv beschrieben. (mediatum.ub.tum.de)

„Trockenheitsstrategie und Kreuzkrautstrategie dürfen sich nicht widersprechen“

Landwirt:
Wenn ich trockene Hügel mit Knaulgras verbessere, was mache ich mit den feuchten Kreuzkrautflächen?

Berater:
Genau hier braucht man Standorttrennung. Ein Betrieb darf nicht eine einzige Mischung für alles denken.

Auf trockenen Kuppen und südseitigen Hängen: Knaulgras, eventuell Glatthafer, Rotklee, Hornklee, Festulolium, standortspezifisch Rohrschwingel oder Luzerne, wenn Boden und Kalk passen.

In frischen bis feuchteren, aber noch tragfähigen Lagen: eher Wiesenfuchsschwanz, Wiesenschwingel, Timothe, Wiesenrispe, Kleearten und eine dichte Narbe.

Auf nassen Kreuzkrautstellen: zuerst Giftpflanzenmanagement, Narbenschluss und Nutzungssystem. Dort hilft keine Trockenheitsmischung allein. Wenn Wasserkreuzkraut im Futter steht, ist die Fläche futterhygienisch problematisch. Dann muss man verhindern, dass Samen nachkommen und dass belastetes Material in Heu oder Silage gelangt.

Landwirt:
Also nicht alles gleich behandeln?

Berater:
Genau. Trockenheitsgeschädigte Hügel und wasserkreuzkrautgefährdete Feuchtstellen sind zwei verschiedene Baustellen. Wer beide mit derselben Maßnahme behandelt, verliert beide.

„Was heißt das praktisch für den Betrieb?“

Berater:
Ich würde den Betrieb in vier Kategorien einteilen.

Erstens: trockene, braune Kuppen und südseitige Hänge. Dort ist die Leitfrage: Welche Arten halten künftig überhaupt noch durch? Hier gehört Knaulgras in den Mittelpunkt, ergänzt durch standorttaugliche Arten. Raygras nur vorsichtig und nicht als tragendes Rückgrat.

Zweitens: mittlere, noch leistungsfähige Wiesen. Dort geht es um Narbendichte, regelmäßige Nachsaat, passende Düngung und rechtzeitige Nutzung. Diese Flächen können die Futterbasis stabilisieren.

Drittens: feuchte Senken, Gräben, Quellaustritte und Kreuzkrautbereiche. Dort geht es zuerst um Giftpflanzensicherheit. Wasserkreuzkraut darf nicht in konserviertes Futter gelangen. Einzelpflanzen müssen vor Samenreife entfernt werden; stärker befallene Flächen brauchen ein eigenes Nutzungskonzept.

Viertens: völlig entwertete Altbestände. Dort muss man ehrlich sein: Wenn kaum noch wertvolle Futterpflanzen da sind, kann Wechselwiesenwirtschaft oder Neuansaat wirtschaftlicher sein als jahrelanges Herumdoktern.

„Welche Mischung würdest du nehmen?“

Landwirt:
Sag mir konkret: Was würdest du in trockeneren Lagen beimischen?

Berater:
Als Zumischung, nicht als blindes Rezept: Knaulgras deutlich stärker als üblich, dazu je nach Standort Festulolium, Rotklee oder Hornklee, eventuell Rohrschwingel mit geeigneter weichblättriger Sorte, Rotschwingel eher als Narben- und Magerkeitskomponente, aber nicht als Ertragsbringer. Luzerne nur dort, wo pH, Durchwurzelung und Nutzung passen. Glatthafer eher für extensivere, trockenere Mähwiesen, nicht für jede Intensivwiese.

Spitzwegerich und Zichorie kann man prüfen, aber nicht als Heilsbringer. Zichorie kann tief wurzeln und in Sommertrockenheit interessant sein, ist aber in Dauer-Schnittwiesen nicht immer dauerhaft. Spitzwegerich kann als Kräuterkomponente wertvoll sein, muss aber ebenfalls zum Nutzungssystem passen.

„Was ist mit Hahnenfuß, Wolfsmilch und anderen Problemarten?“

Landwirt:
Wir sehen auch mehr Hahnenfuß und auf manchen Flächen unerwünschte Kräuter.

Berater:
Das sind Warnlampen. Hahnenfuß, Wolfsmilch, Kreuzkraut oder Gemeine Rispe sind selten nur „Unkräuter“. Sie zeigen, dass die Futtergräser geschwächt sind oder dass Nutzung, Nährstoffversorgung, Wasserhaushalt und Narbendichte nicht stimmen.

Hahnenfuß ist oft ein Zeichen für lückige, feuchte, verdichtete oder unausgewogen bewirtschaftete Bestände. Wolfsmilch passt eher zu mageren, trockenen, extensiven, lückigen Standorten. Wasserkreuzkraut passt zu feuchten, lückigen, nutzungsunsicheren Flächen. Die Bekämpfung beginnt daher nicht beim Spritzgedanken, sondern bei der Frage: Warum ist Platz dafür?

„Die wichtigste Regel: nicht auf eine einzige Maßnahme hoffen“

Berater:
Wenn ich alles zusammenfasse, dann lautet die wichtigste Regel: Trockenheitsfeste Futterwiesen entstehen nicht durch eine einzelne Sorte, nicht durch eine einmalige Nachsaat und nicht durch einen schönen Prospekt. Sie entstehen durch wiederholte Bestandespflege, passende Artenwahl, rechtzeitige Nutzung, Bodenkenntnis und klare Trennung der Standorte.

Knaulgras ist in trockenen Lagen eine Schlüsselpflanze. Rohrschwingel ist eine wichtige Reserveart für schwierige Standorte. Festulolium ist interessant, aber prüfpflichtig. Raygras bleibt auf guten Standorten wertvoll, ist aber auf trockenen Hügeln nicht die sichere Zukunft. Alte Wiesen können wertvoll sein, aber schlechte alte Wiesen müssen erneuert werden. Wasserkreuzkraut muss ernst genommen werden, weil es nicht nur Ertrag kostet, sondern Futter gefährlich machen kann.

Landwirt:
Also eigentlich muss ich meine Wiesen nicht mehr als eine Fläche sehen, sondern als mehrere Standorte.

Berater:
Genau. Das ist der Kern. Die Zukunft der Futterwiese liegt nicht in der Standardmischung für alles, sondern in der standortgerechten Wiese: trockenheitsfest auf den Kuppen, narbendicht auf den mittleren Flächen, giftpflanzensicher auf den feuchten Stellen und erneuert dort, wo der Bestand nicht mehr trägt.

Schlussfolgerung

Die Trockenheit zwingt Grünlandbetriebe im oberen Waldviertel zu einer neuen Ehrlichkeit. Nicht jede Wiese bleibt mit alter Nutzung und alter Mischung leistungsfähig. Die braunen Hügel zeigen, dass flach wurzelnde, wasserbedürftige Bestände an Grenzen kommen. Gleichzeitig breitet sich in feuchten Dorf- und Wiesenbereichen Wasserkreuzkraut aus, wodurch ein zweites Risiko entsteht: giftiges Futter in Heu oder Silage.

Die Antwort ist kein Entweder-oder, sondern ein zweigleisiges Konzept: trockenheitsrobuste Futtergräser und Leguminosen auf den trockenen Standorten, konsequentes Giftpflanzen- und Narbenmanagement auf den feuchten Standorten. Wer jetzt nur wartet, verliert Bestand, Futter und Sicherheit. Wer aber die Wiesen differenziert anschaut, nachsäht, erneuert und anpasst, kann auch unter schwierigeren Klimabedingungen stabile Futtergrundlagen schaffen.

Quellenblock

Raumberg-Gumpenstein: Strategien für klimaangepasste Grünlandbestände
https://raumberg-gumpenstein.at/forschung/infothek/agrar-science-wissen-kompakt/klimawandel-anpassungsstrategien/05-strategien-fuer-klimaangepasste-gruenlandbestaende.html

Raumberg-Gumpenstein: Nachsaat – eine Schlüsselstrategie für klimaangepasste Grünlandbestände

Klicke, um auf Nachsaat%20-%20eine%20Schl%C3%BCsselstrategie%20f%C3%BCr%20klimaangepasste%20Gr%C3%BCnlandbest%C3%A4nde.pdf zuzugreifen

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Sortenempfehlung Grünland 2024–2026

Klicke, um auf qsm-gruenland.pdf zuzugreifen

Landwirtschaftskammer Österreich: Grünlandnachsaat https://www.lko.at/media.php?id=2500%2C%2C%2C%2CZmlsZW5hbWU9ZG93bmxvYWQlM0QlMkYyMDE0LjAxLjIxJTJGMTM5MDMwODk5NjEyMDUyOS5wZGYmcm49R3J1JTNGbmxhbmRuYWNoc2FhdC5wZGY Agroscope Schweiz: An die Trockenheit angepasste Futterbau-Mischungen im Berggebiet https://www.agroscope.admin.ch/de/an-die-trockenheit-angepasste-futterbau-mischungen-im-berggebiet Agroscope / UFA-Samen Schweiz: Standardmischungen für den Futterbau, Revision 2025–2028

Klicke, um auf Standardmischungen-fuer-den-Futterbau-Revision-2025-2028.pdf zuzugreifen

ARVALIS Frankreich: Prairies de fauche – bien choisir son mélange d’espèces https://www.arvalis.fr/infos-techniques/prairies-de-fauche-bien-choisir-son-melange-despeces Czech Academy / Černoch & Kopecký: Drought tolerance and regrowth capacity in the Festuca-Lolium complex https://bp.ueb.cas.cz/artkey/bpl-202001-0125_drought-tolerance-and-regrowth-capacity-revealed-in-the-festuca-lolium-complex.php LK Steiermark: Pflanzenportrait Wasser-Kreuzkraut https://stmk.lko.at/pflanzenportrait-wasser-kreuzkraut-senecio-aquaticus-agg%2B2400%2B3865101 LfL Bayern: Hinweise zu Kreuzkräutern, Giftigkeit, Heu und Silage https://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/032238/ LfL Bayern / TU München: Effektives Management von Wasser-Kreuzkraut in bayerischem Grünland

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ScienceDirect / Kalač 2021: Pyrrolizidine alkaloids of European Senecio/Jacobaea species in forage https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0377840121002480

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. Hauptschlagworte Trockenheit im Grünland

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2. Knaulgras / Dactylis glomerata

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3. Rohrschwingel / Festuca arundinacea

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4. Festulolium / Schwingel-Raygras-Kreuzungen

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5. Deutsches / Englisches Raygras kritisch suchen

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Wichtig: Bei Raygras nicht nur „drought tolerance“ suchen, sondern auch „drought sensitivity“, „persistence“, „summer drought“. Sonst findet man zu viele verkaufsfreundliche Texte.

6. Glatthafer, Luzerne, Hornklee, Rotklee

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7. Spitzwegerich und Zichorie / Wegwarte

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10. Hahnenfuß, Wolfsmilch, Gemeine Rispe als Bestandesanzeiger

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11. Gute Länder-Suchbegriffe

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Frankreich

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Übersetzung:

  • dactyle = Knaulgras
  • fétuque élevée = Rohrschwingel
  • prairie multi-espèces = Mehrartenwiese
  • sécheresse = Trockenheit

Niederlande

grasland droogte kropaar rietzwenkgraskropaar droogte graslandrietzwenkgras droogte graslandEngels raaigras droogte gevoeligkruidenrijk grasland droogte cichorei smalle weegbreesite:wur.nl grasland droogte kropaar rietzwenkgras

Übersetzung:

  • kropaar = Knaulgras
  • rietzwenkgras = Rohrschwingel
  • Engels raaigras = Englisches Raygras
  • droogte = Trockenheit
  • smalle weegbree = Spitzwegerich

Tschechien

sucho travní porosty Dactylis glomerataFestulolium sucho travní porostyFestuca arundinacea sucho pícninyDactylis glomerata tolerance suchasuchovzdorné trávy pícniny

Übersetzung:

  • sucho = Trockenheit
  • travní porosty = Grünland/Grasbestände
  • pícniny = Futterpflanzen
  • tolerance sucha = Trockenheitstoleranz

Polen

susza użytki zielone Dactylis glomerataFestuca arundinacea susza użytki zieloneLolium perenne susza trwałośćFestulolium susza paszetrawy pastewne susza Polska

Übersetzung:

  • susza = Trockenheit
  • użytki zielone = Grünland
  • trawy pastewne = Futtergräser
  • trwałość = Ausdauer/Persistenz

Italien

prato stabile siccità Dactylis glomerataFestuca arundinacea siccità foraggeremiscugli foraggeri siccitàgraminacee foraggere resistenti alla siccitàerba medica prato siccità

Übersetzung:

  • siccità = Trockenheit
  • prato stabile = Dauerwiese
  • foraggere = Futterpflanzen
  • miscugli foraggeri = Futtermischungen

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