Weiche Trespe: Bekämpfung in Futterwiesen rasch erklärt

Massenwuchs von Weicher Trespe in NÖ.
Massenausbreitung von Weicher Trespe durch Beweidung in NÖ.
Bayern LFL Info zu Weicher Trespe

1. Weiche Trespe als Bedrohung für Futterwiesen

Die Weiche Trespe, ein als minderwertiges Futtergras geltendes Gewächs, kann Futterwiesen stark beeinträchtigen. Als frühreifes Unkraut kann sie ganze Flächen dominieren und so zu einem Problem in Futterwiesen werden.

2. Charakteristika der Weichen Trespe

Die Weiche Trespe, wissenschaftlich Bromus hordeaceus (früher Bromus mollis) genannt, zeichnet sich durch ihre allseitig weichflaumige Behaarung aus. Ihr niedriger Nährstoffgehalt und ihre geringe Futterwertzahl machen sie zu einem wenig attraktiven Futtergras.

3. Bodenansprüche und Verbreitung

Die Weiche Trespe gedeiht auf verschiedenen Bodentypen und ist weniger anspruchsvoll bezüglich des pH-Werts und der Feuchtigkeit. Sie bevorzugt jedoch häufig nährstoffarme Standorte und sonnenexponierte Lagen.

4. Natürliches Vorkommen und Zeigerpflanze

In der Natur ist die Weiche Trespe häufig in gestörten Pflanzengesellschaften anzutreffen und gilt als Zeigerpflanze für Störflächen, wie Wiesen- und Feldwege oder sonnige Wegränder.

5. Fortpflanzung und Ausbreitung

Die Weiche Trespe keimt im Vorjahr, überwintert nah am Boden und wächst im Frühjahr schnell zu dichten Beständen heran. Ihre Samen fallen frühzeitig aus und sichern so die Ausbreitung auf lückigen Grasnarben.

6. Ausbreitungsgründe und Bekämpfung

Verletzungen oder Schwächungen der Grasnarbe begünstigen die Ausbreitung der Weichen Trespe. Neben Beweidung spielen auch andere Faktoren wie Auswinterung, Trockenheit, Schäden durch Tiere oder Bewirtschaftungspraktiken eine Rolle. Die Beweidung kann die Ausbreitung der Weichen Trespe begünstigen, jedoch sollte Beweidung bei nassem Boden vermieden werden.

7. Klimawandel und Ausbreitung in Berglagen

Der Klimawandel und der damit verbundene Tropikalismus fördern die Ausbreitung der Weichen Trespe in mageren höheren Berglagen. Dieser Prozess wird durch das vermehrte Auftreten der Weichen Trespe auf sonnig aufgeheizten lückigen Grasnarben und ihre Ausbreitung in höhere Berglagen unterstützt.

Der Tropikalismus bezeichnet die Ausbreitung von wärmeliebenden Arten und die Migration heimischer Arten in kühlere Bergregionen. Diese Entwicklung bedroht Almen und führt zur schnelleren Verwaldung der Bergwiesen, da die notwendigen Arbeitskräfte für die Schwendung fehlen und die Landflucht der Bauernkinder in die Städte zunimmt. Die staatlich geförderte Wiesenextensivierung und Biodiversitätsförderung verstärken diesen Effekt, indem sie die Ausbreitung wärmeliebender und problematischer Futterwiesenunkräuter begünstigen.

Die Lückenbildung in den Wiesen wird durch die Wiesenextensivierung und Biodiversitätsförderung verursacht, da die fetten, hochwertigen Futtergräser rasch verhungern und absterben. Diese Lücken werden von schnell wachsenden Futterwiesenunkräutern gefüllt, die intensiver an die Natur angepasst sind als Kulturarten. Gerade weil Kulturarten höhere Qualitäten und Erträge liefern, benötigen sie eine umfassende Pflege und Unterstützung durch den Landwirt, um sich gegen die starke Konkurrenz der Futterwiesenunkräuter durchzusetzen.

8. Maßnahmen zur Bekämpfung

Um die Ausbreitung der Weichen Trespe einzudämmen, ist eine gezielte Regeneration und Stärkung der Grasnarbe mit standortgerechten Futtergräsern erforderlich. Dies erfordert ein Verständnis für die Standortansprüche der Gräser und eine aktive Pflege der Futterwiesen.

Die chemische Bekämpfung von Weichen Trespe im Grünland ist nicht erfolgversprechend. Es gibt weder geeignete wirksame Herbizide noch wäre ihre Wirkung alleine nicht nachhaltig wirksam. Vielmehr gilt es die verschiedenen Ausbreitungsgründe zu verstehen und darauf zu reagieren.

Fazit

Die Bekämpfung der Weichen Trespe erfordert ein ganzheitliches Verständnis ihrer Ausbreitungsursachen und geeignete Maßnahmen zur Stärkung der Grasnarbe. Dabei spielen Beweidung, regenerative Bewirtschaftungspraktiken mit standörtlich passenden Futtergräsern und der Einfluss des Klimawandels eine entscheidende Rolle.


Rasche Antworten oder Gesprächsauskünfte zur Eindämmung von Weicher Trespe

erfahren sie vom Futterwiesenexperten HUMER prompt per Email mit kurzer Standortsangabe, sowie Namen, Anschrift und Telefonnummer an: johann.humer@gmail.com


Infos für besonders Interessierte zu Pflanzenarten in Futterwiesen:

Pflanzenbauliche Orientierungshilfe häufige Pflanzenarten in Futterwiesen:
Die Weiche Trespe findet man meist in folgender Pflanzenvergesellschaftung auf feuchten bis mässig trockenen Grünlandböden; G=Gräser, L=Leguminosen; K=Kräuter :

oder noch schneller per Whatsapp-Anfrage unter 0664-8244458.


Quelle:
Zeigerpflanzen im Landwirtschafts-Bereich von Heinz Ellenberg (bekanntester Pflanzenökologe mit einem hoch interessienten Film über sein Lebenswerk, samt Bauernhof-Formen je nach Landnutzung unter https://av.tib.eu/media/11305 )
https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=bgi-002:1964:36::231


1 Kommentar zu „Weiche Trespe: Bekämpfung in Futterwiesen rasch erklärt

  1. Avatar von ninetthirsch

    Unsere Hauptweide ist tatsächlich immer überbeweidet und seit 2018 dominierte Graukresse. Wir haben diese Fläche seit 2020 jedes Jahr im Sommer geschont, also die Beweidung runtergenommen und gemulcht, um die Graukresse in den Griff zu bekommen. Das haben wir auch geschafft, aber in diese Jahr dominiert Weiche Trespe, auch nicht schön, uns aber lieber als Graukresse ;-).

    Vielen Dank für die Erklärung, woher diese Massenausbreitung kommt.

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close