Beinwell, großflächige Bekämpfung Anfrage, NÖ, 2025sep9

Beinwell (Symphytum officinale) als Unkraut in Futterwiesen:
Infos zur großflächigen Bekämpfung in Wiesen

Erkennungsmerkmale

Standorte

  • Bevorzugt frische bis feuchte Standorte: Ufer von Bächen, feuchte Wiesenhänge, Gräben, Waldränder, Nassgallen
  • Gedeiht auf Böden mit unterzügigem Wasser
  • Indikatorpflanze für stauende Nässe

Eigenschaften

  • Bildet Horste mit tiefreichenden Rhizomen
  • Treibt nach jedem Schnitt erneut aus
  • Problematisch, da Beinwell Futtergräser verdrängt
  • Wird von Kühen und Schafen kaum gefressen → senkt die Futterqualität

Bekämpfungsmöglichkeiten

Standortverbesserung

  • Dauerfeuchte Verhältnisse verbessern, wo möglich durch Drainage oder Trockenlegung

Mechanische Bekämpfung

  • Erschöpfungsmahd: Einzelpflanzen wiederholt im Jahr bis auf Bodenniveau mähen (Sense oder Motorsense)
    • Besonders wirksam vor Blüte und Samenbildung
    • Auch Mahd bei groß entwickeltem Blattapparat, um die Speicherwurzel zu entleeren
    • Erschöpfungsmahd jährlich mehrmals wiederholen, bis die Pflanzen keine Triebkraft mehr haben
  • Einzelpflanzenentfernung: Bei feuchtem Boden nach Regen Pflanzen ausziehen
    • ACHTU’NG: Ausgraben ist nicht optimal, da dabei Keimreize für Samen gesetzt werden

Bestandspflege

  • Offene Bodenstellen sofort mit Nachsaat begrünen
  • Verwendung konkurrenzstarker, standortangepasster Gräser:
    • Timothe
    • Wiesenfuchsschwanz
    • Englisches Raygras
    • Schwedenklee
  • Ziel: Dichte Grasnarbe → keine Entwicklungschancen für Beinwell in Narbenlücken
  • Regelmäßiges Nachmähen von Weiden und Restbeständen, um eine dauerhafte Schwächung zu erreichen

Risiken und Hinweise

  • Beinwell enthält leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide, ähnlich wie Kreuzkräuter
    • Schädigt Leber und Tierleistung, daher im Futter unerwünscht
  • In der Naturheilkunde äußerlich als Heilpflanze bei Prellungen, Knochen- und Gelenkbeschwerden verwendet
  • Innere Anwendung verboten wegen giftiger Inhaltsstoffe

Bedeutung im Grünland

  • Vor allem in milden bis mittleren Lagen, auf frischen bis feuchten, stickstoffreichen Böden ein häufiges, schwer bekämpfbares Unkraut
  • Gegenmaßnahmen: Intensive Beweidung, kombiniert mit Nachmahd und Nachsaat

Chemische Bekämpfung

  • Laut LKÖ-Information (RWA-Prospekt):
    • Präparate wie Harmony SX und Hoestar haben eine gewisse, jedoch nur geringe Wirkung

Quellen und weiterführende Infos



Johann HUMER, 11sep2025


Anfrage war:
Wer kennt diese Pflanze…..

Ist ein Platzräuber und wächst bei mir auf feuchten Boden. 

Was kann ich dagegen tun?🙏

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