

Beinwell (Symphytum officinale) als Unkraut in Futterwiesen:
Infos zur großflächigen Bekämpfung in Wiesen
Erkennungsmerkmale
- Breite, rau behaarte Blätter, die beim Anfassen fast kratzig wirken
- Nickende, glockenförmige Blüten in Trauben, meist violett bis rosa gefärbt,
Standorte
- Bevorzugt frische bis feuchte Standorte: Ufer von Bächen, feuchte Wiesenhänge, Gräben, Waldränder, Nassgallen
- Gedeiht auf Böden mit unterzügigem Wasser
- Indikatorpflanze für stauende Nässe
Eigenschaften
- Bildet Horste mit tiefreichenden Rhizomen
- Treibt nach jedem Schnitt erneut aus
- Problematisch, da Beinwell Futtergräser verdrängt
- Wird von Kühen und Schafen kaum gefressen → senkt die Futterqualität
Bekämpfungsmöglichkeiten
Standortverbesserung
- Dauerfeuchte Verhältnisse verbessern, wo möglich durch Drainage oder Trockenlegung
Mechanische Bekämpfung
- Erschöpfungsmahd: Einzelpflanzen wiederholt im Jahr bis auf Bodenniveau mähen (Sense oder Motorsense)
- Besonders wirksam vor Blüte und Samenbildung
- Auch Mahd bei groß entwickeltem Blattapparat, um die Speicherwurzel zu entleeren
- Erschöpfungsmahd jährlich mehrmals wiederholen, bis die Pflanzen keine Triebkraft mehr haben
- Besonders wirksam vor Blüte und Samenbildung
- Einzelpflanzenentfernung: Bei feuchtem Boden nach Regen Pflanzen ausziehen
- ACHTU’NG: Ausgraben ist nicht optimal, da dabei Keimreize für Samen gesetzt werden
- ACHTU’NG: Ausgraben ist nicht optimal, da dabei Keimreize für Samen gesetzt werden
Bestandspflege
- Offene Bodenstellen sofort mit Nachsaat begrünen
- Verwendung konkurrenzstarker, standortangepasster Gräser:
- Timothe
- Wiesenfuchsschwanz
- Englisches Raygras
- Schwedenklee
- Timothe
- Ziel: Dichte Grasnarbe → keine Entwicklungschancen für Beinwell in Narbenlücken
- Regelmäßiges Nachmähen von Weiden und Restbeständen, um eine dauerhafte Schwächung zu erreichen
Risiken und Hinweise
- Beinwell enthält leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide, ähnlich wie Kreuzkräuter
- Schädigt Leber und Tierleistung, daher im Futter unerwünscht
- Schädigt Leber und Tierleistung, daher im Futter unerwünscht
- In der Naturheilkunde äußerlich als Heilpflanze bei Prellungen, Knochen- und Gelenkbeschwerden verwendet
- Innere Anwendung verboten wegen giftiger Inhaltsstoffe
Bedeutung im Grünland
- Vor allem in milden bis mittleren Lagen, auf frischen bis feuchten, stickstoffreichen Böden ein häufiges, schwer bekämpfbares Unkraut
- Gegenmaßnahmen: Intensive Beweidung, kombiniert mit Nachmahd und Nachsaat
Chemische Bekämpfung
- Laut LKÖ-Information (RWA-Prospekt):
- Präparate wie Harmony SX und Hoestar haben eine gewisse, jedoch nur geringe Wirkung
- Präparate wie Harmony SX und Hoestar haben eine gewisse, jedoch nur geringe Wirkung
Quellen und weiterführende Infos
- „Beratungsschwerpunkt Grünlandverbesserung – Grundfutterqualität“
Herausgeber: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Österreich, Karl Buchgraber & Joseph Resch, 1990, unter Mitarbeit von Johann HUMER - LKÖ-Info (RWA-Prosekt): www.lko.at/mmedia/download/2009.08.05
- Weitere Beinwell-Infos aus Oberbayern (2007):
https://www.alpwirtschaft.de/app/download/5816844180/Beinwell.pdf
Johann HUMER, 11sep2025
Anfrage war:
Wer kennt diese Pflanze…..
Ist ein Platzräuber und wächst bei mir auf feuchten Boden.
Was kann ich dagegen tun?🙏
