Zerrissenes Grünland nicht erschienen!

Positionspapier zur Nichtveröffentlichung des Beitrags „Das zerrissene Grünland“

Ein Plädoyer für kritische Mitte, Widerstandsfähigkeit und demokratischen Mut

Der Beitrag „Das zerrissene Grünland“, den ich im Sommer 2025 verfasst habe, wurde aus nachvollziehbaren, auch wirtschaftlich und politisch bedingten Gründen nicht zur Veröffentlichung angenommen. Ich respektiere diese Entscheidung ausdrücklich – nicht zuletzt, weil mir bewusst ist, in welchem Spannungsfeld auch Redaktionen, Verlage und Herausgeber heute agieren.

Ein Beitrag, der Missstände in der Agrarpolitik benennt, der Fehlentwicklungen offenlegt und dabei auch politische oder strukturelle Verantwortung anspricht, kann in Zeiten zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheit – besonders im bäuerlichen Umfeld – rasch als „zu konfrontativ“ gelten.

Dabei war die Absicht dieses Textes nie, einzelne Personen zu kritisieren, aber Institutionen bis zur EU wach zu rütteln, um die vielschichtige Realität sichtbar zu machen, in der sich viele Betriebe befinden:

  • zwischen wachsender Marktmacht von Discountern und steigenden Produktionskosten,
  • zwischen importierter Billigware und streng kontrollierter Regionalproduktion,
  • zwischen politischer Rhetorik und betrieblicher Belastung.

Ich bin überzeugt:
Gerade in solchen Umbruchzeiten braucht es Stimmen, die nicht aus Prinzip dagegenreden, sondern die Realität offen beschreiben, auch wenn sie unangenehm ist.

Widerstand in der Sache ist dabei kein Extrem, sondern ein demokratischer Kernwert. Nicht jeder Protest ist radikal, nicht jede Zuspitzung ist polemisch.
Wer sich in der Mitte der Gesellschaft verortet, muss auch den Mut haben, zwischen den Extremen sichtbar zu bleiben – ohne sich wegzuducken, aber auch ohne zu spalten.

Ich erkenne die institutionellen Grenzen von Redaktionen und Verlagen an, vor allem in einem Umfeld, wo Verlagsvielfalt abnimmtwirtschaftliche Abhängigkeiten zunehmen und die Agrarbranche selbst am seidenen Faden hängt.

Aber gerade deshalb halte ich es für wichtig, Texte wie den genannten – auch wenn sie nicht verschriftlicht veröffentlicht werden können – zumindest als Haltung sichtbar zu machen.

Ich stehe für eine kritische Mitte, für Standhaftigkeit ohne Lautstärke, für Demokratie, die nicht nur moderiert, sondern auch aufrüttelt.

Nicht, um Schuldige zu finden –
sondern um jene zu stärken, die oft nur noch durchhalten.

Ich danke all jenen, die Gespräch zulassen, auch wenn es wehtut.
Nicht zur Verurteilung. Sondern zur Verständigung.

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