Giftige Kreuzkräuter (Greiskraut, giftige Senecio-Arten) breiten sich in Österreich an einigen Orten dramatisch schnell aus. Die leuchtend gelben und wunderschönen Blüten sind zwar eine Augenweide, doch die gesamte Pflanze ist in allen Zuständen giftig und bedroht zunehmend die Futterwiesen von viehhaltenden Bauern, besonders in Regionen wie Tirol, Vorarlberg, Kärnten, der Steiermark und dem Waldviertel.
Einleitung
Wenn gegen diese problematischen Kreuzkräuter nichts unternommen wird, ist zu befürchten, dass sie sich im ganzen Land weiter auf Ruderalflächen, Straßenrändern und Autobahnen ausbreiten und letztlich auch die Futterwiesen unbrauchbar machen. Besonders betroffen sind gewisse, weniger intensiv genutzte Futterwiesen, da sich Kreuzkräuter dort mit besonderer Intensität und Vorliebe ausbreiten. Die problematische Verbreitung dieser Pflanzen, zu der derzeit meist fünf verschiedene Arten gehören, ist im Futtergrünland von Tälern und Ungunstlagen des Waldviertels, Kärntens, der Steiermark und Vorarlbergs bekannt. Auch die Landwirtschaftskammern bestätigen diese Entwicklung, wobei die Verfolgung regional unterschiedlich intensiv ist. Diese Situation lässt sich bereits seit Jahrzehnten auch in angrenzenden Regionen wie Norditalien und Bayern beobachten. Besonders problematisch ist das Übergreifen des Wasserkreuzkrautes von feuchten Extensivwiesen auf gute Dreischnittwiesen, wie es in Bayern und nun auch in Tirol berichtet wird. Inzwischen wird das Südafrikanische Kreuzkraut, dass sich bereits entlang vieler Strassen und Autobahnen in Österreich massenhaft ausbreitet zum Problem, weil es nach Berichten aus Tirol zusehends auch in Futterwiesen einwandert.
Die Frage, ob es sinnvoll ist, giftige Pflanzen oder Neophyten wie das Kreuzkraut zu entfernen, wird meist angefragt. Im Folgenden werden auf Basis praktischer Erfahrungen Überlegungen angestellt, um eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.
Die Herausforderung der Entfernung von Kreuzkraut
Es gab in Deutschland bereits zahlreiche Versuche, giftige Kreuzkräuter durch Ausreißen oder Ausstechen einzudämmen. Leider fehlen oft detaillierte Berichte über den tatsächlichen Erfolg dieser Maßnahmen. Der Erfolg oder Misserfolg hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Einflussfaktoren für die Effektivität der Entfernung
Wiederholung der Maßnahmen: Ausreißen ist nur dann langfristig erfolgreich, wenn es kontinuierlich und in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird, ähnlich wie das Jäten im Garten. Samen keimen in Böden unterschiedlich schnell und der Keimprozess kann sich über lange Zeiträume erstrecken. Unter passenden Bedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit können Samen aus dem großen Vorrat im Boden massenhaft keimen.
Was beim Ausreißen oder Ausgraben passiert
Bodenfreilegung und Humusoxidation: Beim Entfernen der Pflanzen wird der Boden freigelegt, was zur Oxidation und Mineralisierung des Humus führt. Dies setzt Nitrat frei, das die Keimung weiterer Samen fördert.
Einfluss der Bodenbewegung: Jede Störung des Bodens erhöht die Sauerstoffzufuhr und stimuliert die Keimung schlafender Samen. Diese Samen würden normalerweise erst viel später keimen, erhalten durch die Bodenbewegung jedoch einen vorzeitigen Wachstumsimpuls.
Einsaat als Gegenmaßnahme
Sofortige Begrünung zur Unterdrückung von Unkraut: Um der Keimung von Unkrautsamen vorzubeugen, kann eine Einsaat zur schnellen Bodenbedeckung helfen. Dies erfordert Kenntnisse über die Auswahl geeigneter Saatgutmischungen, die richtige Ablagetiefe und eine angemessene Bodenverdichtung.
Bedingungen für den Erfolg: Für einen erfolgreichen Aufgang der Saat ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit unerlässlich. Obwohl die Methode aufwendig ist, ist sie die natürlichste Art, den Boden zu bedecken und das Aufkommen unerwünschter Pflanzen zu verhindern.
Die Bedeutung der richtigen Saatgutauswahl
Standörtliche Pflanzenarten: Die Auswahl geeigneter Pflanzenarten, die gut wachsen und den Boden zuverlässig bedecken, ist entscheidend. Dies erfordert tiefgehende Kenntnisse der regionalen Vegetation und ihrer Wuchsformen.
Grenzen der individuellen Fähigkeiten: Ohne fundierte botanische Kenntnisse kann die Auswahl des passenden Saatguts schwierig sein. Fachkundige Unterstützung kann in solchen Fällen hilfreich sein.
Unterstützung durch Experten
Bei Fragen zur Auswahl geeigneter Pflanzen und zur Umsetzung der Maßnahmen kann ein Experte wie DI. Johann Humer, ein Futterwiesenexperte mit langjähriger Erfahrung in der Eindämmung von Giftpflanzen und problematischen Neophyten, behilflich sein.
Fazit
Das Entfernen von Kreuzkraut und anderen giftigen Pflanzen ist ein aufwendiger Prozess, der jedoch erst bei strategischer Durchführung Erfolg verspricht. Dazu braucht es richtige Vorgehensweisen, insbesondere der sofortigen Wiederbegrünung des Bodens beim Ausreissen der Pflanzen. Der Schlüssel liegt in der Wiederholung der Maßnahmen und der Kenntnis geeigneter Pflanzenarten für die jeweiligen Standortbedingungen für eine rasche Begrünung mit bodenständigen und problemlosen Arten, insbesondere Gräsern und Leguminosen.
