Mit Hinweisen zur Eindämmung von Wasserkreuzkraut auf Vielschnittwiesen
Schon 2023 und wiederum 2024 informierte mich ein Grünlandbauer aus dem Berggebiet um Kitzbühel in Tirol (800 m Seehöhe) , über die massive und besorgniserregende Ausbreitung mehrerer hoch giftiger Kreuzkrautarten in Futterwiesen. Er beobachtet diese Problematik schon seit einigen Jahren, hat aber keine engagierten offizieller Ansprechpartner, um die Zuständigen endlich zum Handeln zu bewegen. Dabei habe ich schon seit 2003 auf das Kreuzkrautproblem infolge tödlich vergiftetem Vieh hingewiesen. Politik und Kammer haben aber nicht reagiert, da sie lieber nur positives lesen und hören wollen und gar die mögliche Schuld lieber den Bauern zuweisen. Die Folgen dieser zwar sehr schönen Blumen, aber mit hoch viehgefährdender Giftigkeit wären offenbar der Politik und auch für viele Bauern dort mangels Aufklärung vielen Bauern unklar, ebenso die dringende Eindämmung dieser Giftkräuter auf den lebenswichtigen Futterwiesen der dortigen Viehbauern.
Problematische Kreuzkrautarten und ihre Verbreitung in Tirol
- Wasserkreuzkraut (WKK; Senecio aquaticus oder Jacobaea aquatica): Breitet sich nun auch auf gedüngten Wiesen aus und gefährdet wesentliche Einkommens- und Futterquellen von Viehbetrieben.
- Schmalblättriges Kreuzkraut (Senecio inaequidens): Ein neophytisches Kraut, das von Straßenrändern in Futterwiesen eindringt und sogar alpine Felswände in Naturschutzgebieten und Almen erklimmt.
- Alpenkreuzkraut (Jacobaea alpina): Nimmt auf Almen im Hüttenbereich stark zu und dezimiert dort die nahen Futterflächen.
Der Bauer berichtete: Das Wasserkreuzkraut (WKK; Senecio aquaticus / Jacobaea aquatica) breite sich nun in erschreckenden Ausmaß nun auch bereits auf vielen gewöhnlich gedüngten Wiesen aus – so wie bereits ich es in Bayern bei einer Wiesenbegehung mit Vortrag 2015 erfuhr. Damit sind die wesentlichen Einkommens- und Futterquellen von Viehbetrieben hoch gefährdet. Das nicht heimische, aber über den Verkehr importierte, neophytische Schmalblättriges Kreuzkraut (Senecio inaequidens) wandert von den Rändern viel befahrener Straßen ebenso schon in Futterwiesen ein. Ja, es klettert dort sogar auf die kargen alpinen Felswände in Naturschutzgebieten und Almen und ln Südtirol werden dadurch sogar Almen zu Futternutzung geschlossen, erfuhr ich von diesem Bauern. Das Alpenkreuzkraut (Jacobaea alpina) nimmt ebenso auf Almen in erschreckenden Ausmaß im Hüttenbereich zu und dezimiert dort die nahen Futterflächen. Heute schaut es fast so, aus als ob diese massive Ausbreitung dieser Kreuzkräuter durch den Klimawandel und die neue EU-Umwelt-Förderlandschaft auf gewissen Standorten extrem begünstigt würden.
Seine Hilfeschreie vor diese Giftpflanzeninvasion werden aus seiner Sicht von offizieller Seite nicht wirklich ernst genommen. Er sucht dringend Abhilfe und wird trotz seiner mehrfacher Warnungen der Stellen aber offiziell trotz Hilfszusagen letztlich tatenlos abgetan, als kümmere sich um das Problem quasi nur ein Querulant. Dabei ist das Problem den Offiziellen längst bebekannt und hin und hergeschoben, meint er. Faktisch wird aber keine konkrete nennenswerte hilfreiche Unterstützung unternommen. Ein LK-Grünlandberater riet ihm sogar, sich besser an mich zu wenden, da ich am ehesten mich diesem Problem widme und wirklich tiefgründig auseinadersetze, wie ja auch meine vielen Publikationen und Vorträge im Web zeigen. Tatsächlich beschäftige ich mich seit 2003 intensiv mit dem ersten tödlichen Auftreten von Wasserkreuzkraut im Waldviertel, wo mir bereits ein Dutzend tödliche Viehvergiftungen persönlich über den Weg der LK NÖ als Grünlandberater bekannt wurden.
Das dramatische Kernproblem ist in Tirol dabei nun, dass sich bereits auch in den guten fruchtbaren Wiesen das giftige Wasserkreuzkraut zur dominierenden, gelb blühenden Art massiv ausgebreitet hat. Sowohl viele betroffene Bauern sind dort (wie auch damals bei mir in NÖ) sich der drohenden Gefahr nicht einmal bewußt sind und nicht recht daran glauben. Dementsprechend reagieren auch die Offiziellen nur lasch und halbseiden und gehen scheinbar der sich ausbreitenden Gefahr von Viehtod und Wiesenvernichtung lieber in Nebensächlichkeit durch Übergehen aus dem Weg, weil das Problem vielfach sehr örtlich und nicht generell auftritt. So wie bei mir in NÖ, will man auch dort Bauern nur positives berichten und keine Negativa, um wie das Polit-Image in Diktaturen hoch zu halten.
Ich gab dem Landwirt folgende Tipps zur Wiesensanierung:
- Regelmäßige Einsaaten und Übersaaten: Nutzung standortspezifischer Zumischungen zu Standard-Wiesenmischungen zur Stärkung der Gräser. Dadurch kann die Giftwirkung durch vermehrten Gräserwuchs durch Verdünnung zumindest teilweise reduziert werden. Dabei werden Futterertrag und Qualität gleichzeitig verbessert.
- Förderung beste rstandorttypischer Gräser: Verwendung von erfahrungsgemäß zB Knaulgras, Timothe, Glatthafer, Goldhafer und Weißklee je nach deren besten Wüchsigkeit am jeweiligen Standort
Mit standörtlich spezifischer ZUMISCHUNG zu Standard-Wiesenmischungen bei der Wiesenregeneration könne man durch wiederholt, regelmäßige Einsaaten oder Übersaaten die örtlich bestwüchsigen Gräser am ehesten vermehren und stärken.
Notwendigkeit gemeinschaftlicher Maßnahmen
Ebenso müsse man das zunehmend öffentlich werdendere Problem gemeinschaftlich von den Betroffen mit den Zuständigen lösen. Diese Betriebe sind ja durch tödliche Futtervergiftiungen ihres Viehs und damit wegen ihrer Einkünftverluste im Überleben der Betriebe durch Vernichtung ihres überlebenswichtigen Futterbaues stark gefährdet durch Verlust ihrer Agrarproduktion.
Ich selber werde mich daher in der nächsten Zeit mit dieser grassierenden Wiesenseuche durch tödliche Giftpflanzen für das Vieh noch intensiver auseinandersetzen, da laut schriftlicher Berichte nun auch bereits ebenso auf gedüngten Moorwiesen in Deutschland, also auch nunmehr ebenso gute klassische Futterwiesen betroffen sind. Um 2000 trat Wasserkrauzkraut nur auch den kaum mehr gedüngten Öko- oder Biowiesen auf, wie das bei mir im Waldviertel anfänglich der Fall ist. Seit 2010 wächst in NÖ das Wasserkreuzkraut im Waldviertel auch bereits an den trockenen Rändern von Strassenböschungen, wo es offensichtlich aus der dortig benachbarten Wasserkreuzkraut-Wiese ausgewandert ist. Dieser Effekt dürfte meines Erachtens auch mit dem Klimwandel samt der geförderten Wiesenextensivierung mit Düngeverzicht und Aufgabe der Viehhaltung massiv zusammenhängen.
Folgend einige Bilder meiner bisherigen Kreuzkraut-Informationen aus Vorträgen und Publikationen:




https://futterwiesenexpertehumer.blogspot.com/2018/07/blog-post_10.html

Mehrere meiner Beiträge über Kreuzkräuter in Wiesen findet man im Web unter:
humer kreuzkraut
oder
futterwiesenexpertehumer kreuzkraut
Wer an die gefährliche Giftigkeit von Kreuzkräutern immer noch nicht recht glaubt, sollte zumindest diesen Beitrag lesen von:
Dr. med. vet. Isabella HAHN, Diplomtierärztin, Institut für Angewandte Botanik und Pharmakognosie, Department für öffentliches Gesundheitswesen, Veterinärmedizinische Universität Wien, Veterinärplatz 1, A-1210 WIEN, email: isabella.hahn@vu-wien.ac.at
Erschienen unter : https://raumberg-gumpenstein.at/jdownloads/Tagungen/Viehwirtschaftstagung/Viehwirtschaftstagung_2007/1v_2007_hahn.pdf
Greiskraut = Kreuzkraut = Senecio spp. Die verschiedenen Kreuzkrautarten sind alle giftig und gehören zur Familie der Korbblüter, ZB wie der Löwenzahn. Ein bekannter Vertreter ist das sehr stark giftige +++ Jakobs-Kreuzkraut = Senecio jacobaea, eine bis zu 1 m hohe Pflanze mit kleinen, goldgelben Korbblüten, die von Juni bis August blühen. Alle Teile der Pflanze sind giftig, wobei den höchsten Gehalt an sogenannten Pyrrolizidin Alkaloiden (PA) die Blüten und junge Pflanzen aufweisen. Die PA bleiben auch im Heu und in der Silage erhalten und können über die Milch auch in die Nahrungskette des Menschen bzw. von Jungtieren gelangen. PA schädigen sehr stark die Leber, haben eine sehr lange Latenzzeit und kumulieren im Körper, was unter Umständen erst nach mehreren Wochen bis Monaten nach Ende der Aufnahme von Greiskraut zum Tode führen kann (die Tiere stehen dann oft schon wieder im Stall und es fehlt der direkte Zusammenhang zu Giftpflanzen).
Die Vergiftung mit Kreuzkraut wird auch Seneziose oder Schweinsberger Krankheit genannt. Sie ist bei Pferden, Rindern, kleinen Wiederkäuern, Schweinen und Geflügel dokumentiert worden, wobei von diesen Tierarten Pferde und Rinder am empfindlichsten reagieren. Die Seneziose verläuft meist chronisch und äußert sich somit mit Appetit-, Gewichtsund Konditionsverlust, reduzierter Milchleistung, häufigem Gähnen, struppigem Fell, Kolik, Durchfall oder Verstopfung, eventuell Mastdarmvorfall und auf das Leberversagen folgen Bewegungsstörungen, zielloses Wandern („Walking Disease“), Benommenheit, Apathie, Krämpfe, Koma und der Tod. Akute Formen der Vergiftung verlaufen innerhalb weniger Tage meist tödlich. Eine Behandlung ist aussichtslos.
Mir ist auch rätselhaft, dass Bauern, Berater und Schüler im Agrarbereich über diese zunehmenden Giftpflanzenprobleme so schlecht aufgeklärt und geschult werden, obwohl das die Betriebe stark gefährden kann. Mir scheint man will diese Gefahrenquellen als BIAS-Strategie den Bauern verheimlichen, um möglichst mit einer weißen Weste dazustehen, obwohl damit der ständig weitere Untergang von Berg-Grünlandbetrieben und den Verlust der Diversität der Selbstversorgung mit bäuerlichen Betrieben dem Volk zu verschleiern.
Kreuzkraut Besorgnis von Bauern auch im Web
Dass Kreuzkräuter auf Wiesen in Österreich immer bedeutender weden und keine Phantasieprodukt besorgter Bauern ist, zeigen auch Anfrage-Einträge auf Landwirt.com seit 2009 unter https://www.landwirt.com/Forum/192251/Kreuzkraut-auf-Weide.html
28-07-2009 13:32 lindaalex
Kreuzkraut auf Weide
Hallo! Ich habe ein immer stärker werdendes Problem mit Kreuzkraut auf einer meiner weiden. (welches es genau ist, weiß ich nicht) Es ist ja, soweit ich weiß, stark giftig. Man hat mir gesagt, dass ich es früh mähen soll, damit es sich nicht noch mehr vermehrt. Hat jemand von euch Ideen, wie ich es, ohne es zu spritzen, loswerden kann???
29-07-2009 10:29 Blumenwiese
Kreuzkraut auf Weide
Ich hab auch schon gehört, dass es dieses Problem gibt, aber noch keine Erfahrung. Die LfL in Deutschland schreibt: Jakobs-Kreuzkraut ist eine ernstzunehmende, einheimische Giftpflanze in der Tierhaltung und Grünlandbewirtschaftung. Eine Belastung von Nutz- und Sport- bzw. Freizeittieren muss mit allen Mitteln vermieden werden. Die direkte chemische Bekämpfung auf Wiesen oder Weiden muss durch kulturtechnische Maßnahmen ergänzt werden. Eine menschliche Gefährdung ist bei normalen Verzehrgewohnheiten nicht realistisch. Vorsicht ist allerdings beim Konsum von Heil- und Gewürzkräutern geboten, da hier ein unbeabsichtigter Verzehr aufgrund von Verwechslungen mit ähnlich aussehenden Pflanzen (z.B. Rainfarn, Wiesen-Pippau, Löwenzahn-Pippau, Habichtskraut, Johanniskraut oder auch Rucola) nicht ausgeschlossen ist. lg bw
01-08-2009 09:14 tomsawyer
Kreuzkraut auf Weide
Bei uns in NÖ gibts auch das Wasserkreuzkraut .Es ist auf feuchten Wiesen wo nicht gedüngt wird anzutreffen. Teilweise ist es so stark anzutreffen ,daß alles gelb ist. Auf meinen Wiesen ist es noch nicht so verbreiten, vielleicht auf drei Qudratmeter eine Pflanze.Ich habe heuer Heu gemacht, da es im trockenen Zustand nicht so giftig ist. Laut Experte Humer soll Düngen helfen .
Kreuzkraut auf Weide
Probierts dass bekämpfen bitte mit steinmehl streuen.
02-08-2009 21:21 lindaalex
Kreuzkraut auf Weide
Dankeschön.
@Schadseitn: warum genau Steinmehl? wie soll das denn helfen??
03-08-2009 09:42 Schadseitn
Kreuzkraut auf Weide
hatte früher auch viel kraut auf der wiese, und durch ein projekt kam ich zum steinmehl und streute das einige jahre! nach jedem schnitt,
erstens dient es zur bodenauflockerung, dann hatte ich umso mehr futter das auch jetzt noch anhaltet, und weiß nicht obs was damit zu tun hat, bei mir war das kraut durch steinmehl streuen weg! ganz vereinzelt dass ich jetzt sowas noch sehe! lg
Der folgende Beitrag zeigt, daß beim alleinigen Ausreißen, Jakobskreuzkraut zu 50% wieder nachtreibt:
https://docplayer.org/25922780-Jakobskreuzkraut-ausbreitung-und-bekaempfung-dienstleistungszentrum-laendlicher-raum-dlr-eifel.html
Versuchserfahrungen aus Bayern
In einem umfangreichen und lesenswerten Versuch zur Bekämpfung des Wasserkreuzkrauts (WKK) in Bayern, der 2022 veröffentlicht wurde und über vier Jahre beobachtet wurde, ergaben sich folgende Erkenntnisse:
- 4-Schnittwiesen:
- Maßnahme: Jährliches regelmäßiges Ausstechen samt Einsaat bei Bedarf.
- Ergebnis: Verringerte den Besatz nach vier Jahren um 89% (von 15 Pflanzen WKK auf 2 Pflanzen je 10 m²).
- Düngung: 40 bzw. 60 m³ Gülle/ha/Jahr.
- Zweischnittnutzung:
- Maßnahme: Frühere klassisch typische Nutzungsintensität.
- Ergebnis: Verringerte den Besatz im vierten Jahr um 84%, lieferte jedoch wegen Überalterung und Verholzung kein brauchbares Milchviehfutter.
- Düngung: 20 m³ Gülle/ha.
- 3-Schnittnutzung zur Blüte:
- Ergebnis: Verringerte das WKK um 70%.
- Herbizidanwendung:
- Maßnahme: Anwendung von 2L/ha Simplex im Spätsommer.
- Ergebnis: Verringerte WKK von 15 Pflanzen auf 5 Pflanzen je 10 m². Die Wirkung hielt nur 2 Jahre an, danach trat WKK wieder stark auf.
- Einsaat: Ohne erfolgreiche Einsaat kann das WKK schnell aus dem Samenvorrat und Ausfallsamen wieder erstarken. sodass die Bekämpfungswirkung rasch verpufft, wenn Grünlandeinsaaten nicht gut gelingen, was leider oft witterungsbedingt der Fall ist, was meine häufige Erfahrung ist.
Dieser sehr umfangreiche Versuch zeigt also nur gewisse Teilwirkungen, die durchaus genutzt werden sollten. Er lieferte aber keine Dauerlösung und zeigt auch nicht wie sich das WKK bis heute entwickelt hat. Ohne intensive Einsaat , wird sich wohl das WKK bald wie vorherausbreiten , ist meine Erfahrung.
Demnach wäre insgesamt am ehesten das Ausreißen oder entweder Simplex als Erstmaßnahme mit einer sicheren Nachsaat zur raschen Bodenbedeckung als beste Maßnahme zu sehen, ohne die Bewirtschaftungsintensität zu ändern. Für eher die Extensivbetriebe ist die Rückehr zur 2 – 3 Schnittnutzung samt Einsaaten das einfachste System.
Q: 1) https://mediatum.ub.tum.de/doc/1663200/1663200.pdf
2) Effektives Management vonWasser-Kreuzkraut inbayerischem Grünland:
https://www.researchgate.net/publication/355537166_Effektives_Management_von_Wasser-Kreuzkraut_in_bayerischem_Grunland_Projektabschlussbericht_2021_LfL-Schriftenreihe
Weitere Informationen, Beratung und Kontakt
Landwirte können sich zu Fragen von giftigem Kreuzkraut in Wiesen gerne an mich wenden. Ich nehme mir dafür gerne ausreichend Zeit. Bitte mir vorerst per WhatsApp (0664-8244458) oder Email (johann.humer@gmail.com) mit Name, Anschrift, Telefonnummer, Lage und Seehöhe das Problem kurz beschreiben, dann telefonieren wir bald, oft sogar innerhalb eines Tages.
Schlussfolgerung
Die Ausbreitung hochgiftiger Kreuzkrautarten wie dem Wasserkreuzkraut (WKK) stellt eine erhebliche Bedrohung für die Futterwiesen und damit für die Einkommens- und Futterquellen der Viehbetriebe in Tirol und anderen betroffenen Regionen dar. Trotz der langjährigen Hinweise auf dieses Problem und seiner potenziell tödlichen Folgen für das Vieh, fehlt es an engagiertem Handeln seitens der Politik und der zuständigen Behörden. Die Folgen der Ausbreitung werden von offiziellen Stellen oft heruntergespielt oder den Bauern zur Last gelegt.
Problematische Kreuzkrautarten in Tirol
- Wasserkreuzkraut (Senecio aquatica):
- Breitet sich auch auf gedüngten Wiesen aus.
- Gefährdet wesentliche Einkommens- und Futterquellen von Viehbetrieben.
- Schmalblättriges Kreuzkraut (Senecio inaequidens):
- Eindringling von Straßenrändern in Futterwiesen.
- Klettert sogar auf alpine Felswände in Naturschutzgebieten und Almen.
- Alpenkreuzkraut (Jacobaea alpina):
- Zunahme auf Almen im Hüttenbereich.
- Dezimiert Futterflächen.
Empfehlungen zur Eindämmung aus Bayern 2022
- Regelmäßiges Ausstechen und Einsaat bei Bedarf:
- Reduziert den Besatz von WKK um bis zu 89%.
- Erfordert intensive und kontinuierliche Pflege.
- Zweischnittnutzung:
- Reduziert den Besatz um 84%.
- Führt jedoch zu Überalterung und Verholzung des Futters.
- 3-Schnittnutzung zur Blüte:
- Reduziert das WKK um 70%.
- Herbizidanwendung:
- Anwendung von Simplex (2L/ha) im Spätsommer.
- Reduziert den Besatz temporär um 67%, hält jedoch nur 2 Jahre an.
Eigene Empholene Maßnahmen zur Wiesensanierung
- Förderung standorttypischer Gräser:
- Nutzung von Gräsern wie Knaulgras, Timothe, Glatthafer, Goldhafer und Weißklee je nach Standort.
- Regelmäßige Einsaaten und Übersaaten:
- Nutzung standortspezifischer Zumischungen zu Standard-Wiesenmischungen zur Stärkung der Gräser.
- Verbessert Futterertrag und -qualität durch Verdünnung der Giftwirkung.
Stand 14.7.2024, 17h
